Frühgeburt

Frühgeburt!

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Frühchen sind schon zu Beginn ihres Lebens wahre Kämpfer und als Eltern kämpft ihr bei jedem Schritt mit. Tipps und Geschichten zum Thema Frühgeburt, die Mut machen.

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Was erwartet mich und mein Frühchen jetzt?

Dein Baby ist als Frühchen zur Welt gekommen oder es besteht das Risiko einer Frühgeburt? Dann hast du sicher tausend Fragen, was euch jetzt erwartet. Wir erklären dir, ab wann dein Baby kein Frühchen mehr ist, welche Umstände zu einer Frühgeburt führen und wie eine Frühgeburt normalerweise abläuft.

Was ist eine Frühgeburt und ab wann ist ein Kind kein Frühchen mehr? Definition:

Von einer Frühgeburt spricht man, wenn ein Kind vor einer bestimmten Schwangerschaftswoche geboren wird. Eigentlich dauert eine Schwangerschaft zwischen 37 und 42 Wochen. Kommt ein Baby auf die Welt bevor die 37. Schwangerschaftswoche (SSW) zu Ende ist, spricht man von einem Frühchen oder einem Frühgeborenen. Ab Beginn der 38. SSW ist es kein Frühchen mehr. In Deutschland kommen etwa 60.000 Kinder pro Jahr zu früh auf die Welt. Die meisten davon wiegen nicht einmal 2500 Gramm. Ja nachdem wie schwer das Baby genau ist und in welcher Schwangerschaftswoche es kam, wird unterschieden zwischen

  • „Späte Frühgeborene“ (Kinder, die zwischen der 34. und der 37. SSW geboren wurden),
  • „Frühgeborene mit sehr niedrigem Geburtsgewicht“ (Babys, die zunächst weniger als 1.500 Gramm wiegen. Meist kommen sie vor der 32. SSW zur Welt) oder
  • „Frühgeborene mit extrem niedrigem Geburtsgewicht“ (sie wiegen nicht einmal 1.000 Gramm und werden in der Regel vor der 29. SSW geboren).

Wie es dem Baby geht, hängt dabei weniger mit dem Geburtsgewicht als mit der Schwangerschaftswoche zusammen, in der das Baby geboren wird. Schon ab der vollendeten 24. Schwangerschaftswoche steigen die Chancen: Es ist kaum vorstellbar, wenn man die winzige Handvoll Mensch im Inkubator sieht, aber die medizinischen Hilfen sind heute so gut, dass aus einem zarten Frühchen ein gesundes, starkes, großes Kind werden kann!

Was du über Frühchen und ihre Geburt wissen musst:

Frühgeborene Kinder bedürfen einer ganz besonderen Pflege. Je früher Ihre Entbindung stattfand, umso dringender sind sie auf Hilfe angewiesen. Das Baby ist dann noch nicht vollständig auf die Lebensbedingungen außerhalb der Gebärmutter vorbereitet und hat möglicherweise Schwierigkeiten beim Atmen. Zudem haben die meisten Frühgeborenen Probleme, ihre Körpertemperatur zu halten. Der Brutkasten wirkt diesem Mangel entgegen.

Welche Auslöser für eine Frühgeburt gibt es?

Die Ursachen sind sehr verschieden. Bei 40 Prozent aller Frühgeburten ist der Auslöser sogar völlig unbekannt! Das Risiko kann erhöht sein, wenn die Mutter unter einer Krankheit wie beispielsweise Bluthochdruck oder Asthma leidet, einen (Auto-)Unfall hatte oder die Gebärmutter fehlgebildet ist. Wenn es auch nicht gerade sehr beruhigend klingt, so ist es doch wichtig, zu wissen: In den allermeisten Fällen hätte eine Frühgeburt durch nichts was die Mutter getan oder nicht getan hat, verhindert werden können.

Wo und wie kommt ein Frühchen zur Welt?

Das hängt ganz davon ab, ob eine Frühgeburt erwartet wurde und welches Risiko bei der Mutter genau bestand. In höchst spezialisierten Perinatalzentren (also Kliniken, die sich um alles „rund um die Geburt“ kümmern) können Mütter zum einen sicher entbinden, zum anderen bekommen Frühgeborene gleich vor Ort genau die intensive medizinische Hilfe, die sie brauchen. Ist eine Mutter gerade nicht in der Nähe eines Perinatalzentrums (PNZ) oder nicht transportfähig, entscheidet der Frauenarzt, was akut zu tun ist und ob eventuell ein Baby-Notarztteam aus einem PNZ in die Geburtsklinik kommen muss. Ob das Baby normal entbunden wird oder besser per Kaiserschnitt geholt wird, entscheidet jedes Ärzteteam ebenfalls ganz individuell. Dabei spielen viele Faktoren wie die Schwangerschaftswoche und andere Risikofaktoren eine Rolle. Weil es oft sehr schnell gehen muss, werden aber tatsächlich die meisten Frühchen per Kaiserschnitt geholt.

Ich habe 1.000 Fragen und Sorgen – wer kann mir helfen?

Du bist nicht allein! Es gibt zahlreiche Initiativen und Informationsmöglichkeiten, die dir vor oder nach einer Frühgeburt Unterstützung bieten: Eine davon ist die Website von NeoPAss®. NeoPAss® wurde von PD Dr. med. Matthias Keller, Chefarzt und Ärztlicher Direktor der Kinderklinik Dritter Orden in Passau entwickelt und unterstützt eine Familien-integrierende Versorgung von Früh- und Risikogeborenen. Eltern finden auf der Seite verlässliche Informationen rund um das Thema Frühgeborene. Wie du dein Zuhause auf die Ankunft deines Frühgeborenen vorbereitest, hat Dr. Keller in zehn Tipps zusammengestellt.

Hilfe bekommst du auch beim Verband „Das Frühgeborene Kind“ e.V., der ein deutschlandweites Netzwerk an Selbsthilfe-Initiativen und Beratungsstellen zur Verfügung stellt. Der Verband ist die zentrale Kontakt- und Vermittlungsstelle für Familien mit Frühchen.

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