Frühgeburt

Muttermilch zur Ernährung von Frühchen: Jeder Tropfen zählt!

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Muttermilch ist einzigartig – und für ein kleines Frühchen besonders wichtig. Mehr noch: Speziell für die kleinen Heldenkinder haben die gesunden Inhaltsstoffe von Muttermilchextra viele Vorteile zu bieten.

Frühgeburt: Deine Milch hilft deinem Baby, schnell stark zu werden

Ein Baby, das zu früh auf die Welt kommt, benötigt neben medizinischer Unterstützung vor allem eine starke Mutter, denn deine Muttermilch versorgt dein Heldenkind mit Nährstoffen, stärkt seine Immunabwehr und seine Darmflora. Die eigene Muttermilch ist definitiv die beste Ernährung für Frühchen. Ist Stillen nicht möglich, kann auch Spendermilch aus Frauenmilchbanken die Entwicklung des Babys unterstützen. Wir haben zehn Eigenschaften zusammengetragen, die die Vorteile des Stillens und die positiven Eigenschaften von Muttermilch vor allem für Frühgeborene deutlich machen. Sprich mit deiner Hebamme oder mit deinem Arzt, wie du deine Milchbildung anregen kannst und wie das Abpumpen und Stillen von Frühchen funktioniert.

1) Kolostrum ist extra wertvoll für Frühchen

Die allererste Milch, die dein Körper nach der Geburt produziert, heißt Kolostrum und ist ein wahrer Zaubercocktail! In diesen ersten Tagen transportiert dein Blut eine riesige Menge schützender Substanzen in deine Brust, wo sie in die Muttermilch abgegeben werden. Eine dieser Substanzen ist das sekretorische Immunglobulin A (sIgA), ein spezieller Antikörper, den Babys nur durch die Milch ihrer Mutter bekommen können. Wirklich jeder einzelne Tropfen Kolostrum, den du gewinnen kannst, ist deshalb wertvoll und sollte aufgefangen und deinem Baby gegeben werden! Und weil dein Körper ganz genau weiß, was dein kleines Heldenkind zur Ernährung braucht, produziert er oft sogar längere Zeit Kolostrum bevor die Milchbildung einsetzt. Das Kolostrum für Frühchen enthält eine größere Menge an Schutzsubstanzen als die erste Milch von Müttern mit termingeborenen Babys!

2) Muttermilch ist das beste Schutzschild für den Darm von Frühchen

Kolostrum enthält zwei ganz besonders tolle Stoffe: Oligosaccharide und Lactoferrin. Oligosaccharide kleiden unter anderem die Darmwand deines Babys mit einer Schutzschicht aus und verhindern dadurch, dass schädliche Bakterien aus dem Darm in das Blut des Babys übergehen können. Lactoferrin bindet zudem Eisen, das pathogenen Keimen als Nahrung dient: Muttermilch wirkt deshalb anti-bakteriell und kann so Darmproblemen vorbeugen.

3) Keime & Krankheitserreger werden gebunden und ausgeschieden

Noch eine unglaubliche Eigenschaft des Kolostrums: Bestimmte Bestandteile wirken wie Köder, um schädliche Keime einzufangen. Sie heften sich an die Krankheitserreger, begleiten sie durch den ganzen Darm des Babys und befördern sie nach draußen. Sogar im Stuhl von Frühchen haben Forscher solche Köder gefunden, die noch immer fest mit den schädlichen Keimen verbunden waren. Die Immunabwehr von Frühgeborenen wird durch Muttermilch unterstützt, sodass die Heldenkinder nicht durch Krankheiten weiter geschwächt werden.

4) Ernährung mit Muttermilch als effiziente Infektionsabwehr

Natürlich ist auch die Muttermilch, die nach dem Kolostrum gebildet wird, ein echtes Geschenk für Frühgeborene: Denn Immunglobuline in der Muttermilch helfen deinem Baby dabei, die eigene Abwehr gegen Infektionen auszubauen und zu stärken. Damit hat das Frühchen einen Vorteil, der sogar dann noch anhält, wenn es keine Muttermilch mehr bekommt.

5) Immer die passende Milch für die Bedürfnisse des Neugeborenen

Was für termingeborene Babys gilt, gilt für Frühgeborene erst recht: Muttermilch passt sich genau den Bedürfnissen des Babys an! Ein Frühchen braucht zum Beispiel viele Vitamine, viel Energie oder muss Infekte abwehren – die Wunderwaffe Muttermilch hilft dabei! Forscher haben herausgefunden, dass die Milch einer Mutter mit einem Frühgeborenen sogar noch mehr Energie, Lipide, Proteine (Eiweiße), Stickstoff, Vitamine und Mineralstoffe enthält als die Milch einer Mutter mit einem reifen Neugeborenen. Bei einem sehr kleinen Frühgeborenen (mit einem Geburtsgewicht unter 1500 Gramm) kann manchmal aber selbst das nicht zur Ernährung ausreichen: Sie haben einen so hohen Nährstoffbedarf, dass die abgepumpte Milch seiner Mutter zusätzlich zum Beispiel noch mit Mineralstoffen oder Proteinen angereichert werden muss.

6) Muttermilch als besonders „leichte“ Kost

Am Anfang „schläft“ der Magen-Darm-Trakt eines Frühgeborenen noch und muss erst langsam und in kleinen Schritten an Nahrung und seine Aufgabe, diese zu verdauen, gewöhnt werden. Dein Körper weiß auch das: Die Muttermilch für Frühgeborene enthält Fette, die so aufgebaut sind, dass sie auch ein sehr kleines Baby gut verdauen kann. Die Nahrung ist also leicht verdaulich und belastet den Organismus nicht unnötig.

7) Abgepumpte Milch als Entwicklungsbooster

Viele Frühchen werden am Anfang mit einer Magensonde ernährt, einem kleinen Schlauch der direkt in ihren Magen führt. Wie viel Nahrung das Frühchen benötigt, hängt von seinen Bedürfnissen und seinem Entwicklungsstand ab. Sicher ist: Frühgeborene, die mit Muttermilch ernährt werden, entwickeln sich kognitiv und visuell besser als jene, die künstliche Säuglingsnahrung bekommen. Mit wachsender körperlicher Stärke geht auch eine positive Gehirnentwicklung einher. Dies trägt auch dazu bei, dass Frühchen schneller und unkomplizierter lernen, selbst an der Brust zu trinken. Frühgeborene, die Muttermilch bekommen, haben weniger Augenprobleme und entwickeln sich später psychomotorisch besser, was zu einer guten Körperwahrnehmung und Koordinationsfähigkeit führt!

8) Stillen versorgt mit Sauerstoff

Schon sehr kleine Frühgeborene können das Stillen an der Brust üben! Das Schönste dabei: Nach dem turbulenten Start können sich Mama und Baby beim Stillen in Ruhe kennenlernen und bauen nachweislich eine gute, feste Bindung auf. Und einen wichtigen weiteren Effekt hat es außerdem: Beim Stillen an der Brust hat das Baby eine bessere Sauerstoffsättigung, als wenn es mit einem konventionellen Sauger mit der Flasche gefüttert wird!

9) Muttermilch als Entzündungsfeuerwehr

Bei besonders frühgeborenen Kindern kann es leider zu Komplikationen kommen, die durch Entzündungen oder wunde und narbige Stellen an der Darmwand entstehen. Aber: Muttermilch hilft auch hier! Sie enthält wirksame Substanzen, die den Entzündungsprozess verlangsamen oder sogar stoppen, indem sie zum Beispiel das Wachstum der Darmflora des Babys fördern.

10) Je länger und öfter Frühchen gestillt werden, umso besser

Studien belegen ganz eindeutig: Viel hilft viel! Je mehr und je länger Frühchen mit Muttermilch ernährt werden, desto größer sind die positiven Auswirkungen!

Was Muttermilch sonst noch alles kann, erfährst du in unseren 13 Fakten über Muttermilch!

Konntest du dein Frühchen mit Muttermilch versorgen? Vielleicht sogar stillen? Was hat dir dabei geholfen? Schreib uns unter kundenservice@medela.de oder auf Facebook.

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