Frühgeburt stillen Baby stillt

Frühgeburt

Frühchen stillen: Übung macht kleine Meister

Lesedauer: 4 Min.

Der Weg an die Brust ist für Mama und Frühchen manchmal gar nicht so einfach. Aber die Mühe lohnt sich! Hier erfährst du, wie das Stillen von Frühgeborenen klappen kann.

Wie klappt das Stillen von Frühchen?

Eins vorweg: Muttermilch ist gerade für Frühgeborene die beste und wichtigste Nahrung, die es gibt. Sie ist wie Medizin, wirklich jeder Tropfen zählt! Deine Mühe lohnt sich auf jeden Fall – von Anfang an! Selbst wenn gerade noch nicht viel Milch kommt oder dein Heldenkind noch zu schwach zum Saugen ist, der kuschlige und innige Hautkontakt bei den Stillversuchen tut euch beiden unendlich gut. Und: Frühchen, die schon früh an der Brust saugen und üben dürfen, lernen so das Stillen leichter und dürfen dann auch früher das Krankenhaus verlassen. Es lohnt sich also, von Anfang an alles zu tun, um dein Baby mit Muttermilch zu versorgen. Wir verraten dir, was du über die Ernährung von Frühgeborenen wissen musst.

Stillen nach Frühgeburt: Abpumpen hilft beim Stilleinstieg

Nachdem dein Heldenkind auf die Welt gekommen ist, bekommt es wahrscheinlich erst einmal eine medizinische Rundumversorgung und du kannst leider nicht gleich bei ihm sein. Du hast dann aber eine andere sehr wichtige Aufgabe: Möglichst bald nach der Geburt deines Frühchens, solltest du deine Milchbildung anregen. Die erste Stunde nach der Geburt ist für das Stillen besonders wichtig . Eine Hebamme erklärt dir wie du deine Brust massieren kannst, um die ersten wertvollen Tropfen Kolostrum per Hand oder  Milchpumpe zu gewinnen.

Milcheinschuss nach Frühgeburt: Das musst du wissen

Am besten wird die Milchbildung dann mit der elektrischen Milchpumpe Symphony angeregt: Medela hat intensiv geforscht und ein Pumpprogramm speziell für die erste Zeit nach der Geburt entwickelt: Das INITIAL-Programm ahmt genau den Saugrhythmus nach, den Neugeborene in den ersten Tagen nach der Geburt haben, um die Milchbildung anzustoßen. Je nachdem in welcher Woche dein Baby zur Welt kam, kann es sein, dass du am Anfang noch nicht so viel Muttermilch produzieren kannst, weil deine Brustdrüsen vielleicht noch nicht ganz auf ihre Aufgaben vorbereitet sind. Aber da wirklich jeder einzelne Tropfen zählt, ist es nicht schlimm und auch gar nicht außergewöhnlich, wenn noch nicht viel Muttermilch kommt. Versuch dich zu entspannen und dich nicht zu sehr unter Druck zu setzen. Du kannst deine Milchbildung fördern, indem du deine Brust vor jedem Stillen massierst. Außerdem hilft es, wenn du viel Hautkontakt mit deinem Baby hast (Känguru-Methode) und es so oft es geht an deiner Brust saugen darf: Das Stillen von Frühchen dient nämlich nicht nur der Nahrungsaufnahme, sondern fördert auch eure Mutter-Kind-Bindung.

Wie trinken Frühchen?

Dein Frühchen wird ganz zu Beginn, wenn es noch sehr schwach ist, noch nicht richtig saugen können und es wird wahrscheinlich auch noch enteral, also über einen kleinen Schlauch durch die Nase oder den Mund direkt in den Magen, mit abgepumpter Muttermilch versorgt. Gerade deine allererste Milch, das Kolostrum, „das flüssige Gold“, ist besonders wertvoll: Sie ist wie die allererste Impfung für dein Baby! Falls du selbst noch nicht genug Milch produzierst, gibt es an immer mehr Kliniken auch Muttermilchbanken, aus denen dein Heldenkind Spendermilch bekommen kann.

Sobald der Kreislauf stabil ist, darfst du dein Heldenkind auch schon bald an die Brust anlegen, wo dein Baby dich spüren, kuscheln und einfach saugen darf. Keine Angst, die Kinderkrankenpflegenden zeigen dir genau, wie es geht! Dein Frühchen und du haben nun viel Zeit, das Stillen zu erlernen. Bei diesen ersten Versuchen tanken Mama und Baby erst einmal ganz viel Liebe, es geht nicht darum, gleich richtig zu stillen. Die eigentliche Nahrung kommt weiter über die Sonde. Sobald aber dein Frühchen eine gute Körperspannung hat und Saugen-Schlucken-Atmen koordinieren kann, steht eurem ersten Stillversuch nichts mehr im Weg.

So stillst du dein Frühchen zum ersten Mal

Ein guter Zeitpunkt für euren ersten richtige Stillversuch wäre zum Beispiel, wenn du gerade abgepumpt hast und deine Brust leer oder halb leer ist. Denn dann fließt die Milch nur sehr langsam und tröpfchenweise und dein Baby kann sich so nicht so schnell verschlucken. Um ihm das Erfassen der Brustwarze zu erleichtern, kannst du in Absprache mit dem Fachpersonal im Krankenhaus eventuell Contact Brusthütchen verwenden.. Und keine Sorge: Dank der besonderen Form der Contact Brusthütchen, ist trotzdem viel Hautkontakt beim Stillen möglich.

Welche Stillhaltung ist die richtige für Frühgeborene?

Als Stillpositionen für Frühchen gibt es zwei gute Möglichkeiten.

Variante 1 ist die „DanCer-Haltung“. Nein, dabei tanzt ihr nicht – der Name kommt vom Nachnamen der Erfinder. Du hältst zuerst deine Brust im C-Griff, dann gleitet deine Hand etwas vor, sodass die Brust noch mit 3 Fingern gehalten wird und Daumen und Zeigefinger ein U formen, worin das Kinn deines Kindes liegt. Du unterstützt so den Unterkiefer und die Wangenmuskeln. Beides hilft dem Baby beim Stillen.

Variante 2 ist einfach eine kleine Abwandlung der normalen Wiegehaltung: Kopf und Körper liegen auf Mamas Hand und Unterarm, auf der Seite an der auch gestillt wird. Mit der freien Hand kannst du gleichzeitig deine Brust so formen, dass sie dein Baby gut fassen kann.

Scheu dich nicht, deine Kinderkrankenpflegenden oder deine Hebamme mit Fragen zu löchern! Sie beantworten dir alle Fragen zum Stillen deines Frühchens und leiten dich bei allen Handgriffen genau an.

Je öfter du abpumpst und je öfter ihr stillt, desto mehr Routine bekommst du. Bald fühlt sich alles nur noch halb so kompliziert und aufwendig an. Und jeder Tropfen deiner Muttermilch ist die Mühe wert: Forscher konnten beweisen, dass Muttermilch Frühchen sogar vor Krankheiten schützt. Je mehr Muttermilch sie bekommen, desto stärker sinkt zum Beispiel ihr Risiko, an einer Sepsis (Blutvergiftung) zu erkranken!

Stillen und abpumpen in Kombination: Wenn Frühchen müde werden…

Am Anfang wird dein Baby noch häufig an der Brust einschlafen und nicht seinen ganzen Hunger stillen können – dafür ist Saugen-Schlucken-Atmen einfach noch viel zu anstrengend. Du kannst anschließend deine restliche Muttermilch abpumpen, sodass dein Heldenkind sie auf einem anderen Weg zusätzlich bekommen kann. Wenn du deine Brüste immer gut entleerst, kurbelst du auch deine Milchproduktion an und sorgst so für einen ordentlichen Nachschub. Schritt für Schritt wird auch dein Frühchen immer mehr Muttermilch an deiner Brust trinken und immer weniger auf Sonden oder Trinkhilfen angewiesen sein. Und vielleicht kannst du bis zur Entlassung sogar ein vollgestilltes Baby mit nach Hause nehmen! Aber keine Sorge: Deine Symphony, die du in der Klinik zum Abpumpen nutzt, kannst du auch nach Hause mitnehmen: Hier liest du, wie du die Milchpumpe ausleihen kannst.

Du hast die Milchpumpe Symphony in der Apotheke ausgeliehen? Hier findest du unseren praktischen Erinnerungsservice per Notify für dein Milchpumpen-Rezept und noch viele weitere nützliche Tipps und persönliche Beratungsangebote rund ums Abpumpen mit der Symphony.

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IBCLC-Stillberaterin und Kinderkrankenschwester Jacqueline Stich

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