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Frag die Hebamme: Was passiert beim Dammschnitt?

Lesedauer: 2 Min.

Eine Geburt ist schmerzhaft. Aber dass dabei geschnitten werden könnte, klingt noch viel schmerzhafter! Hebamme Alexandra Buder erklärt, was beim Dammschnitt wirklich passiert.

Eins vorweg: Ein Dammschnitt im Sinne des Wortes wird heute nur noch sehr selten durchgeführt. Bei der Episiotomie(wie der Dammschnitt auch heißt), wird ein Schnitt in den Damm der gebärenden Mutter gesetzt – also das Gewebe zwischen Scheide und After. Das hilft im Notfall, die Geburt zu beschleunigen, wenn bereits ein paar Zentimeter des Köpfchens sichtbar sind, aber das Kind zum Beispiel einen sehr großen Kopf hat und nicht durchkommt. Oder er wird eingesetzt, um eine Vakuum, –Zangengeburt oder Steißgeburt erleichtern, aber wirklich nur, wenn er medizinisch dringend notwendig ist. Und, keine Angst, der Bereich wird vorher natürlich örtlich betäubt bzw. deine PDA erhöht.

Im Zweifel besser: ein Dammriss

In der Realität werden kaum noch Dammschnitte gemacht, denn Untersuchungen deuten mittlerweile darauf hin, dass natürliche Risse besser und schneller verheilen. Deshalb lassen Hebammen und Ärzte das Gewebe im Zweifel heute meist natürlich im Zuge der Geburt reißen.

So verheilt die Wunde schneller

Um den Heilungsprozess zu beschleunigen, ist es wichtig, dass du luftdurchlässige Binden verwendest. Diese solltest du auch in regelmäßigen Abständen wechseln, damit die Wunde in einem möglichst keimarmen Klima verheilt und sich nicht entzündet. In manchen Fällen kann es schmerzlindernd wirken, die Binde vorab zum Kühlen in den Kühlschrank zu legen. Langfristig verläuft die Wundheilung aber in einem feucht-warmen Milieu am besten und schnellsten. Wichtig ist Hygiene: Nach jedem Toilettengang solltest du dich vorsichtig mit klarem Wasser abwaschen, und zwar von vorne nach hinten, um möglichst keine Darmbakterien in die Wunde zu wischen. Kurze Sitzbäder mit einer Tinktur aus Kamille, Arnika oder Calendula, haben eine abschwellende Wirkung und unterstützen den Heilungsprozess. Blutergüsse (Hämatome) können auch mit Arnika-Globuli behandelt werden, die abschwellend und schmerzlindernd wirken sollen und auch während der Stillzeit eingenommen werden können. Solltest du dennoch starke Schmerzen haben, zögere nicht und sprich deine Hebamme oder deine Ärztin an. Damit die Nähte optimal verheilen können, solltest du dich übrigens am besten viel frisches Obst, Gemüse und Vollkornprodukte essen und ausreichend Flüssigkeit zu dir nehmen. So sorgst du dafür, dass dein Stuhl nicht zu hart und der Druck auf die Naht nicht zu groß wird.

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