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Geburt & Schmerzen: Wie weh tun Wehen?

Lesedauer: 3 Min.

Zum Glück sind Wehen ein Ausnahmezustand – die Schmerzen kommen heftig, aber vergehen auch wieder völlig. Beim ersten Kind haben zirka 60 Prozent der Frauen sehr starke Wehenschmerzen und bei Zweitgebärenden immer noch die Hälfte. Doch sie alle haben es geschafft!

Wie fühlen sich die Schmerzen bei der Geburt an?

„Wie sehr tut eine Geburt weh?“: Das ist vermutlich die am meisten gestellte Frage von Schwangeren. Ehrlich gesagt ist es schwer, diesen Schmerz wirklich treffend zu beschreiben. Wo Wehen wehtun, ist ebenfalls von Frau zu Frau unterschiedlich. Wir versuchen es einmal so zu beschreiben:  Der Schmerz fühlt sich so ähnlich an wie eine Mischung aus starken Menstruationsschmerzen mit üblen Magen-Darm-Krämpfen und Rückenschmerzen. Die Schmerzen bei Geburtswehen erzeugen eine Spannung im Bauch, die bis zu einem gewissen Punkt immer intensiver wird und dann langsam wieder abnimmt. Dann tritt eine Ruhephase ein, die im Laufe der Geburt stetig kürzer wird. Manche Frauen sprechen von einem scharfen ziehenden Schmerz oder intensivem Stechen, andere empfinden den Schmerz bei der Geburt als eher dumpf. Wissenschaftler, die versucht haben, die Intensität dieses Schmerzes einzuordnen, beschreiben ihn so: Es tut so weh, als würde jemand mit einem Stilettoabsatz auf deinen Handrücken treten. Aua!

Wehen bei der Geburt: Du musst nicht die Heldin spielen!

Man hört immer mal wieder von Frauen, die diese Schmerzen einfach ganz locker weggeatmet haben. Doch ganz ehrlich, die meisten von uns fallen nicht in die Kategorie „Indianerherz kennt kein Schmerz“ – und auch das ist in Ordnung. Denn eine Geburt ist ein Ausnahmezustand und kein Bewerbungsverfahren für Tapferkeitsmedaillen. Ob mit oder ohne PDA, erlaubt ist alles, was dir hilft: Egal, ob du schnaubst und grunzt, laut schreist oder deinen Partner beschimpfst. Die Geburt ist immer mit Schmerzen verbunden, egal, ob du Schmerzmittel bei der Geburt in Anspruch nehmen möchtest oder ob dir Entspannungs- und Atemübungen helfen. Dein Partner oder deine Hebamme werden dich nach besten Kräften bei der Geburt deines Kindes unterstützen. Du kannst den Wehenschmerz aber auch durch den Wechsel der Geburtsposition beeinflussen.

Das Gute an den Schmerzen: Wehenschmerzen kommen und gehen schnell

Als kleiner Trost für dich: Wehen schmerzen tatsächlich lediglich in dem Moment, wenn sie da sind. Ähnlich wie ein Zug, der vorbeirauscht und dessen Geräusch danach völlig verschwunden ist. Das ist wirklich etwas Besonderes, da wir normalerweise nur Schmerzen kennen, die langsam abflauen. Nach einer Wehe tut erst mal nichts mehr weh – allerdings nur so lange, bis die nächste kommt.

Die gute Nachricht: Der Körper selbst hat eine Wunderwaffe gegen die Schmerzen bei der Geburt parat – er schüttet jede Menge Endorphine aus. Sie wirken als natürliches Schmerzmittel und versetzen die werdende Mutter im Idealfall in eine Art Trance-Zustand bzw. machen sie „high“. In diesem Zustand lassen sich die Geburtswehen in der Tat gut „wegatmen“ und Gebärende können sich auf ihre Geburtsarbeit einlassen. Und sobald du es geschafft hast und dein Baby im Arm hältst, wird dein Glücksgefühl die Strapazen und Schmerzen der Geburt überwiegen – versprochen!

Gibt es Vorbereitungen, die den Geburtsschmerz lindern?

Ebenso wie auf die Geburt lässt sich dein Körper auch auf den Geburtsschmerz vorbereiten. Sprich dieses Thema ruhig beim Frauenarzt oder deiner Hebamme an, wenn du Angst vor den Wehen hast. Die Schmerzen lassen sich bei der Geburt nicht nur durch Schmerzmittel stillen, sondern können auch durch sanfte Methoden gelindert werden: Akupunktur, Aromatherapie oder homöopathische Mittel werden oft von Gebärenden angewendet.

Eine vorbeugende Dammmassage kann zudem einen Dammschnitt oder Dammriss verhindern, wodurch vor allem Schmerzen nach der Geburt entstehen. Ab der 34. Schwangerschaftswoche empfehlen Ärzte, den Bereich zwischen Vagina und After sanft zu massieren, um das Gewebe dehnbarer zu machen. Etwas Massageöl wird dabei unter leichtem Druck in das Dammgewebe einmassiert. Anschließend wird der Daumen in die Vagina vier Zentimeter eingeführt und das innere Gewebe sanft u-förmig massiert. Deine Hebamme oder dein Arzt werden dir ebenfalls erklären, worauf du dabei achten musst.

Wie gehe ich mit Schmerzen nach der Geburt um?

Die Wehen sind nach der Geburt weg, doch Blessuren sind nichts Ungewöhnliches: Viele Frauen klagen über Schmerzen in Scheide, am Damm oder beim Stuhlgang nach der Geburt. Bei einigen Müttern fühlt es sich an wie ein Muskelkater in der Vagina, manche bereitet es Schmerzen zu sitzen. Sprich auf jeden Fall mit deinem Arzt oder deiner Hebamme über solche Beschwerden. Die meisten Schmerzen nach der Geburt brauchen jedoch einfach Zeit, um zu vergehen. Nutz das Wochenbett, um dich zu erholen, viel mit deinem Baby zu kuscheln und zu schlafen. Wunden von einem Dammschnitt oder eine Kaiserschnittnarbe gehören auch zu den pränatalen Schmerzen: Hier weiß deine Hebamme Rat, welche Stillposition die Beste ist, um schmerzfrei zu stillen. Möchtest du mehr darüber wissen, was im Wochenbett auf dich zukommt? Unser Ratgeber zum Thema Körperliche Verfassung im Wochenbett verrät es dir.


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