Schwangerschaft

Pränataldiagnostik: „Kann ich das mit meinem Gewissen vereinbaren?”

Lesedauer: 2 Min.

Mit gerade mal Ende 20 erfährt dieses Paar, dass ihre ungeborenen Kinder ein 50%iges Risiko für eine schwere Erbkrankheit haben. Das ist ihre Geschichte.

„Hätte uns damals jemand nach unserem größten Wunsch gefragt, mein Mann Jan und ich hätten beide sofort geantwortet: endlich ein Baby zu bekommen. Zwei lange Jahre hatten wir uns sehnlichst ein Kind gewünscht, doch es wollte einfach nicht klappen. Dabei waren wir beide noch jung: Jan war damals 29, ich zwei Jahre jünger. Irgendwann hielten wir es nicht mehr aus, wollten wissen woran unsere Kinderlosigkeit lag und ließen uns beide untersuchen.

„Die Diagnose war ein Schock“

Ich war gesund. Doch Jans Diagnose war ein Schock: Der Urologe erklärte uns, dass ich nur mit Hilfe einer künstlichen Befruchtung schwanger werden kann, weil die Spermienqualität meines Mannes schlecht sei. Doch das war noch nicht alles: Zudem leidet mein Mann an einer seltenen Chromosomenstörung. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir ein schwer behindertes Kind bekommen, beträgt bei uns 50 Prozent. Trotzdem wollten wir beide unbedingt eine Familie gründen – und wünschten uns wie Millionen anderer Eltern nichts mehr, als ein gesundes Kind. Aus diesem Grund entschlossen wir uns, mit Hilfe der Präimplantationsdiagnostik (PID),  das Erbgut des Embryos untersuchen zu lassen.

„Kann ich das mit meinem Gewissen vereinbaren?“

Kritiker argumentieren ja immer, die PID sei eine Selektion menschlichen Lebens. Das stimmt letztendlich auch und natürlich fiel uns diese Entscheidung nicht so leicht, wie sich das jetzt anhören mag. Nach dem ersten Gespräch mit meiner Frauenärztin zerbrach ich mir tagelang den Kopf: Kann ich eine PID und die damit verbundene Selektion des Embryos mit meinem Gewissen vereinbaren? Was kommt da alles auf mich zu? Halte ich die Belastung psychisch aus? Natürlich habe ich mich damals auch immer wieder gefragt, warum ich nicht einfach wie Millionen anderer Frauen auf natürlichem Wege ein gesundes Kind bekommen kann. Wurde diese Frage mal wieder quälend, zwang ich mich, positiv zu bleiben, nach vorne zu schauen. Mein Mann, Familie und Freunde machten mir Mut: „Du schaffst das!“

„Drei der fünf Embyonen hatten keine Überlebenschance“

Als wir dann die PID vornehmen ließen, wurden bei drei von fünf der im Reagenzglas befruchteten Embryonen so schwerwiegende Gendefekte entdeckt, dass die Überlebenschance sehr gering gewesen wäre. Als ich das hörte, war ich erleichtert, die PID gemacht zu haben und hatte auch keine Schuldgefühle mehr. Einer der beiden gesunden Embryos wurde in meine Gebärmutter eingesetzt; der andere wurde eingefroren. Als ich zwei Wochen später erfahren habe, dass ich tatsächlich schwanger bin, war ich überglücklich. Im November 2014 war es dann soweit: Unser Sohn Alexander kam zur Welt – ein kerngesunder kleiner Kerl. Er ist unser kleiner Sonnenschein.

Ich bin froh, diesen Weg gegangen zu sein.

Der Name der Mutter ist der Redaktion bekannt.

 

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