Schwangerschafts­beschwerden

Hautpflege-Tipps bei Hautproblemen in der Schwangerschaft

Lesedauer: 4 Min.

Den berühmten Schwangerschafts-„Glow“ wünschen sich alle werdenden Mamas. Aber das Hormonhoch mit Babybauch hat nicht immer nur positive Auswirkungen, auch Hautprobleme sind in der Schwangerschaft an der Tagesordnung. Ob Juckreiz, spannende Haut, Besenreiser oder Krampfadern in der Schwangerschaft – die Kölner Dermatologin Dr. Anne Hundgeburth erklärt den Ursprung von Hautproblemen in der Schwangerschaft und was dir dabei wirklich hilft.

Hautprobleme in der Schwangerschaft: die Ursache

Viele Frauen blühen in der Schwangerschaft regelrecht auf: Ihre Haut wird glatt und rosig. Dr. Anne Hundgeburth weiß, woran das liegt: „Durch den erhöhten Östrogenspiegel lagert sich Wasser im Gewebe ein. Dadurch wird die Haut weicher und geschmeidiger. Sogar erste Fältchen können durch den Quelleffekt verschwinden.“ Manche Frauen haben in der Schwangerschaft leider weniger Glück: Ihre Haut wird empfindlich oder sogar fettig. Hautprobleme sind an der Tagesordnung. Sind dafür auch die Hormone verantwortlich? „Ja. Die Haut wird dehnbarer, empfindlicher, und leider können die Hormone auch die Talgproduktion und die Entzündungsneigung der Haut ankurbeln. Es kann sogar zu Akne kommen. Zusätzlich droht während einer Schwangerschaft ein Mangel an Mikronährstoffen, da der Körper der Mutter das Baby mit allen notwendigen Mineralien und Vitaminen versorgen muss. Ohnehin schon empfindliche Haut wird durch den zusätzlichen Mikronährstoffmangel noch reizbarer und neigt zu Ekzemen.“

Das kann man gegen Hautprobleme in der Schwangerschaft tun

Dr. Anne Hundgeburth empfiehlt die Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels mit den wichtigsten Mikronährstoffen, damit die Haut in der Schwangerschaft ausreichend mit diesen versorgt wird. „Das ist sozusagen Hautpflege von innen. Ausgewogene Ernährung allein reicht hier nicht aus. Zur äußerlichen Pflege empfehle ich Dermokosmetik. Diese unterstützt den Stoffwechsel der Haut und kräftigt sie. Zur täglichen Pflege geeignet sind moderne Fruchtsäurepräparate. Denn Fruchtsäuren regen den Stoffwechsel der Haut an und stimulieren die Hautzellen zur verstärkten Bildung natürlicher Hyaluronsäure. Diese ist verantwortlich für die Wasserbindung in der Haut. Und eine besser durchfeuchtete Haut ist geschmeidiger und weniger empfindlich. Gut sind leichte Emulsionen wie Episoft A, die durch eine ausgewogene Kombination von freien Fruchtsäuren und Milchsäuresalz eine gute Verträglichkeit gewährleisten. Wichtig hierfür ist, dass der pH-Wert des Präparates nur knapp unter dem normalen pH-Wert der Haut, am besten bei 4,5, liegt.“

Gerne werden in Ratgebern auch teure Öle als Mittel gegen Hautprobleme und zur Hautpflege empfohlen. Doch ist das eine sinnvolle Investition? „Nein! Im Gegenteil“, meint die Dermatologin. „Durch Öle wird lediglich die oberste Hornschicht der Haut gefettet, was die natürliche Wasserverdunstung aus der Haut behindert. Dadurch wirkt die Haut natürlich geschmeidig. Tatsächlich aber entsteht ein feuchtwarmes Milieu auf der Haut, und es sammeln sich vermehrt Bakterien an. Diese reizen die empfindliche Haut und können Ekzeme provozieren. Besonders gefährdet sind die großen Hautfalten. Hier ist es am wärmsten, und die Wasserverdunstung ist ohnehin schon schlecht. Deshalb leiden viele Schwangere unter den Brüsten, am Bauch oder an den Innenseiten der Oberschenkel verstärkt unter Entzündungen und Hautrötungen. Auch Pilzinfektionen sind häufig.“

Schwangerschaftsakne – was tun gegen das lästigste Hautproblem?

Manche Frauen hatten sie nicht mehr seit der Pubertät: unschöne Pickel, Mitesser und Akne. Was hilft gegen die plötzliche Schwangerschaftsakne? „Ein Mitesser ist bekanntlich nichts anderes als ein Talgstau in der Haut. Am besten helfen hier ebenfalls Fruchtsäurepräparate“, rät die Dermatologin. „Allerdings sollte ihr pH-Wert etwas niedriger sein und nur bei etwa 3,8 liegen. Die natürliche Abschilferung der Hornzellen wird unterstützt und die Poren verhornen weniger. Außerdem begrenzt das saure Milieu die Vermehrung von Aknebakterien.“

Babybauch spannt oder juckt – was tun gegen Hautprobleme am Bauch?

Viele Schwangere kennen es: Der Babybauch juckt und spannt. Doch warum? „Durch das Dehnen vergrößert sich der Abstand zwischen den Hornzellen in der obersten Hautschicht, so dass Hautkeime leichter eindringen können. Eigentlich sind diese harmlos. Dennoch startet das Immunsystem der Haut sofort eine Abwehrreaktion, um sie wieder aus dem Körper zu schleusen. Die Folge sind Juckreiz, Rötungen oder sogar Ekzeme.“ Auch gegen Hautprobleme am Bauch weiß die Expertin Rat und gibt Hautpflege-Tipps: „Zu empfehlen ist hier wieder die Pflege mit einem Fruchtsäurepräparat, da dies die Haut nicht nur geschmeidig hält, sondern die Hornschicht auch kompakter macht. Allerdings darf man mit dem Einsatz nicht warten bis das Ekzem schon da ist. Denn bei bereits gereizter Haut brennt ein solches Präparat beim Auftragen und reizt zusätzlich. Deshalb würde ich Schwangeren raten, sich von Anfang an schon vorbeugend nach jedem Duschen von Kopf bis Fuß mit einer entsprechenden Dermokosmetik einzureiben.“

Wie kann man Besenreisern & Krampfadern in der Schwangerschaft vorbeugen?

Besenreiser und Krampfadern sind eine der häufigsten Schwangerschaftsbeschwerden. „Besenreiser sind weitgestellte, winzige Venen, die oberflächlich in der Haut verlaufen, weshalb das Blut rötlich bis bläulich durchschimmert. Krampfadern bezeichnen größere gedehnte Venen. Besenreiser und Krampfadern bilden sich häufig nach der Schwangerschaft wieder zurück.“ Doch das ist nicht bei jeder werdenden Mutter so: „Bei Bindegewebsschwäche hat man eine Veranlagung zu Besenreisern und Krampfadern. Hier ist die Vorbeugung einer Überdehnung besonders wichtig, denn überdehnte Gefäße bilden sich leider nicht mehr zurück. Zur Kräftigung der Gefäßwände ist eine Nahrungsergänzung zum Beispiel mit Rosskastanienextrakt zu empfehlen. Bei bekannter Bindegewebsschwäche oder bereits vorhandenen Krampfadern sollten Kompressionsstrümpfe wenigstens bis zum Knie getragen werden. Ich empfehle diesbezüglich, den Rat eines Dermatologen oder Phlebologen, das ist der auf Venen spezialisierte Arzt, einzuholen.“

Pigmentflecken in der Schwangerschaft – was tun?

Viele Schwangere bekommen vermehrt Pigmentflecken oder großflächige Bräunungen im Gesicht. Verschwinden diese nach der Schwangerschaft wieder? „Leider nur manchmal“, weiß die Expertin. „Die sogenannten Schwangerschaftsflecken bilden sich aufgrund der erhöhten Hormonproduktion unter dem Einfluss der UV-Strahlen der Sonne. Zur Vorsorge verwendet man beim Sonnenbaden am besten einen besonders hohen UV-Schutz, am besten ein Präparat mit Lichtschutzfaktor 50+.“

Dr. Anne Hundgeburth gibt Pflegetipps für die Haut in der Schwangerschaft

Dr. Anne Hundgeburth ist Dermatologin in Köln. Die Hautärztin ist Inhaberin der privatärztlichen Hautarztpraxis Dermatologie & Urologie Kastanienhof, der Kosmetik Kastanienhof und der Akademie Kastanienhof in Köln.

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