Schwangerschafts­beschwerden

Schwangerschaftsübelkeit: Ursache & Hilfe

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An manchen geht sie völlig vorbei, andere leiden Wochen und Monate an Schwangerschaftsübelkeit. Wenn dir oft flau im Magen ist, dir ein bestimmter Geruch den Magen umdreht oder dir nur noch speiübel ist, haben wir ein paar hilfreiche Tipps für dich.

Woher kommt die Übelkeit in der Schwangerschaft?

Die Ursache, dass schwangeren Frauen übel ist, konnte bisher noch nicht mit Sicherheit festgestellt werden. Wissenschaftler machen die Veränderungen des Hormonspiegels verantwortlich, aber auch niedrige Blutzuckerwerte können zur berüchtigten Morgenübelkeit führen. Zu weiteren Übelkeit begünstigenden Faktoren zählen Stress, ein empfindlicher Magen oder Mangelerscheinungen durch falsche Ernährung. Bei einigen Frauen scheint auch ein erblicher Zusammenhang zu bestehen: Litt deine Mutter unter Schwangerschaftsübelkeit? Dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass dir ebenfalls unwohl sein wird.

Wie lange dauern Übelkeit und Erbrechen bei Schwangeren an?

Jede Frau reagiert unterschiedlich auf die Umstellung des Hormonhaushalts, weswegen manchen Müttern nur morgens übel ist. Andere wiederum leiden den gesamten Tag unter einem flauen Gefühl und einige müssen sich sogar erbrechen. Auch die Dauer dieser relativ häufigen Schwangerschaftsbeschwerden variiert von Frau zu Frau: Sie beginnt meist in der 5. Schwangerschaftswoche (SSW) als erstes Anzeichen für die Schwangerschaft und endet in der Regel in der 12. SSW. In Ausnahmefällen kann dich die Übelkeit die komplette Schwangerschaft hindurch begleiten. Klingt das Erbrechen oder die Übelkeit nicht ab, solltest du auf jeden Fall mit deinem Arzt oder der Hebamme sprechen.

Auf einen Blick: Was hilft bei Schwangerschaftsübelkeit?

  • Gehe rechtzeitig zum Arzt: Wenn du dich mehrmals täglich übergeben musst, nichts essen, trinken oder bei dir behalten kannst und Gewicht verlierst, solltest du augenblicklich zum Arzt gehen.
  • Iss wenig, aber öfter: Halte immer einen kleinen Imbiss bereit, denn mit leerem Magen wird dir leichter schlecht.
  • Iss nur Dinge, die dir bekommen: Alles, was du im Magen behalten kannst, ist okay. Meide fettige, stark gewürzte, saure oder frittierte Speisen.
  • Trinke ausreichend: Wenn du keine Flüssigkeit zu dir nehmen kannst, dann lutsche Eiswürfel. Probiere auch Ingwertee oder Ingwertabletten. Das Wurzelgewächs wirkt beruhigend auf den Magen und hilft bei Übelkeit – allerdings nicht jedem.
  • Führe Tagebuch: Notiere, wann es dir besser oder schlechter geht. Vielleicht erkennst du ein Muster und kannst dadurch herausfinden, zu welchen Zeiten du problemloser essen und trinken kannst.
  • Sprich mit deiner Hebamme: Viele Hebammen können dir Erleichterung mittels Homöopathie, Akupunktur und Fußreflexzonenmassage verschaffen.
  • Versuche zu entspannen: Zur Not lass‘ dich krankschreiben, denn Stress und Müdigkeit können deine Übelkeit verschlimmern.
  • Eisenpräparate nur bei Eisenmangel nehmen: Da Eisen das Verdauungssystem beeinflusst, solltest du verschiedene Präparate ausprobieren – manche sind nämlich bekömmlicher als andere.
  • Besorge dir Akupressur-Bänder: Die Bänder wurden gegen Seekrankheit entwickelt und haben auch schon vielen Schwangeren bei Schwangerschaftsübelkeit geholfen.
  • Nimm im Notfall Medikamente: Aber: Keine Selbstmedikation! Dein Arzt wird dir bei starker Übelkeit und vermehrtem Schwangerschaftserbrechen Medikamente verordnen, die dir Linderung verschaffen.

Trotz Erbrechen & Übelkeit: Ist mein Baby gut versorgt?

Trotz Schwangerschaftsübelkeit regelmäßig zu essen und zu trinken ist harte Arbeit. Mach dir keine Sorgen um dein Baby, wenn du in den ersten Schwangerschaftswochen nur wenig zu dir nimmst oder dein Essen nicht bei dir behalten kannst: Dein Körper zapft im Zweifel deine Energie-Reserven an, um deinem heranwachsenden Baby die nötigen Nährstoffe zur Verfügung zu stellen.

Was passiert, wenn Morgenübelkeit & Erbrechen nicht aufhören?

Unsere Expertin, Hebamme Alexandra Buder, warnt vor einem schweren Fall der Schwangerschaftsübelkeit, der dringend behandelt werden muss: „Musst du dich mehr als fünfmal täglich übergeben und verbessert sich dein Zustand nicht, könnte es sich um Hyperemesis gravidarum handeln. Darunter versteht man die extremste Form von Schwangerschaftsübelkeit, die etwa fünf von 1000 Frauen erleben. Sie beginnt normalerweise um die 6. SSW und verursacht extreme Übelkeit, Erbrechen, Unterernährung, Gewichtsverlust und Flüssigkeitsmangel. Hyperemesis gravidarum ist extrem schwächend, oft schwierig in den Griff zu bekommen und erschwert das tägliche Leben enorm. Die Ursachen für die extreme Übelkeit sind unklar. Viele Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass die Übelkeit eine Überreaktion des Körpers auf die zusätzlichen Hormone während der Schwangerschaft ist. Sicher ist: Mit diesen Symptomen musst du unbedingt zum Arzt gehen und dich behandeln lassen! Dein Gesundheitszustand und die Entwicklung deines Babys wird dann ganzheitlich und engmaschig überwacht. Aber die gute Nachricht ist: Soweit wir wissen, schadet Hyperemesis gravidarum dem Baby in keiner Weise.“


Wart oder seid ihr von der Schwangerschaftsübelkeit betroffen? Was hilft euch am besten dagegen? Schreibt uns doch unter eltern@medela.de und sagt uns, wie ihr damit umgegangen seid. Gerne auch auf Facebook oder Instagram.

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