Schwangerschafts­beschwerden

Schwangerschaftsbeschwerden und was dagegen hilft

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Eine Schwangerschaft ist ein wunderschönes Erlebnis. Gleichzeitig wirbelt sie auch vieles durcheinander. Während der neun Monate Schwangerschaft verändert sich einiges im weiblichen Körper. Dieser „Ausnahmezustand” kann die ein oder anderen Schwangerschaftsbeschwerden mit sich bringen. Zur Beruhigung: Beschwerden wie Müdigkeit, Schlafprobleme oder Übelkeit sind normal. Wir haben Tipps für jedes Zipperlein.

Ein Überblick über die häufigsten Beschwerden von Schwangeren

Magen & Darm in Aufruhr: typische Beschwerden in der Schwangerschaft

Übelkeit

Eine der häufigsten Schwangerschaftsbeschwerden ist Übelkeit. Sie begleitet bereits im frühen Schwangerschaftsstadium viele werdende Mütter. Oft ist das flaue Gefühl auch das erste Anzeichen einer Schwangerschaft. Übelkeit und Erbrechen treten meist in der 5. SSW auf und klingen nach der 12. SSW wieder ab. Schuld ist das Schwangerschaftshormon HCG und ein niedriger Blutzuckerspiegel. Was gegen diese Beschwerden hilft und welche Ursachen die Morgenübelkeit hat, erfährst du in unserem Ratgeber zu Übelkeit in der Schwangerschaft.

Sodbrennen (Reflux)

Vor allem nachts stört das Brennen in der Speiseröhre: Schwangere klagen häufig über Sodbrennen, das im ersten und dritten Trimester auftritt. Wieder sind Hormone an den Schwangerschaftsbeschwerden schuld, die den Muskel, der den Übergang vom Magen zur Speiseröhre verschließt, erschlaffen lassen. Dadurch kann die Magensäure leichter nach oben steigen. Durch das wachsende Baby wird der Druck auf den Magen stetig größer, was wiederum den Säurerückfluss begünstigt. Achte auf leicht verdauliche Mahlzeiten und iss nicht zu kurz vor dem Schlafengehen.

Verstopfung

Eine unangenehme Begleiterscheinung der Schwangerschaft ist Verstopfung. Mit dem Wachstum des Babys wird der Darm aus seiner gewohnten Position gedrängt und der Magen nach oben gedrückt. Zusätzlich laufen die Verdauungsprozesse aufgrund der Schwangerschaftshormone langsamer ab als gewohnt. Einige Schwangere leiden unter Verdauungsstörungen und im schlimmsten Fall unter Darmverschluss. Du solltest viel trinken und auf eine ausgewogene Ernährung achten, um einer Verstopfung in der Schwangerschaft entgegenzuwirken. Körperliche Aktivität bringt die Darmtätigkeit zusätzlich in Schwung.

Durchfall

In der Schwangerschaft beobachtest du deinen Körper genau, sodass Durchfall sehr beunruhigend sein kann: Bekommen mein Körper und das Baby genug Nährstoffe? Habe ich die richtige Ernährung in der Schwangerschaft gewählt? Im dritten Abschnitt deiner Schwangerschaft kann es vorkommen, dass du tatsächlich häufiger an Durchfall leidest. Dein Baby nimmt viel Raum in deinem Bauch ein und kann deinen Magen und deine Verdauung beeinflussen.

Beschwerden des Beckenbodens in der Schwangerschaft: Blasenschwäche & Schmerzen

Inkontinenz in der Schwangerschaft

Unter Blasenschwäche leiden Schwangere meist im letzten Schwangerschaftsdrittel. Die Beckenbodenmuskulatur wird kurz vor der Geburt immer weicher, als Nebeneffekt tritt bereits bei Schwangeren Inkontinenz auf. Ein plötzliches Niesen reicht oftmals aus und schon ist es passiert. Aber auch die Geburt selbst und die damit einhergehende Lockerung und Dehnung der Beckenbodenmuskeln kann zu Blasenschwäche führen. Gezieltes Training des Beckenbodens hilft diese Geburts- oder Schwangerschaftsbeschwerden in den Griff zu bekommen. Die Übungen werden meist in Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungskursen besprochen und sollten zu Hause mehrmals wöchentlich wiederholt werden. Solltest du schon früh von diesen Schwangerschaftsbeschwerden betroffen sein, solltest du deinen Arzt konsultieren. Das Tragen von Slipeinlagen und Binden ist ratsam. Um einen ungewollten Urinabgang zu vermeiden, können Frauen bei plötzlichem Druck, ausgelöst durch z. B. Lachen, Bücken, Husten und Niesen, den Beckenboden anspannen und die Beine überschlagen.

Schmerzen im Becken

Du spürst ein unangenehmes Ziehen im Beckenbereich? Für diese Schwangerschaftsbeschwerden ist eventuell die Beckengürtellockerung verantwortlich. Besonders im letzten Schwangerschaftstrimester werden die Bänder und Knorpelverbindungen des Beckenringes durch Hormone und die große körperliche Belastung stark aufgelockert. Diese zusätzliche Elastizität ist vor allem im Beckenbereich sinnvoll, damit dem Baby der größtmögliche Beckenraum bei der Geburt zur Verfügung steht. Allerdings kann bei manchen Frauen die Lockerung in den Bereichen Schambeinfuge, Darm- und Kreuzbein nicht nur zu Instabilität, sondern auch zu Schmerzen führen. In diesem Fall sollte die Symphyse, also die schmerzenden Knorpelverbindungen, so oft wie möglich entlastet werden, z. B. durch die Verwendung eines Stillkissens zwischen den Beinen beim Liegen und Schlafen. Betroffene sollten zudem das Tragen schwerer Gegenstände und häufiges Treppensteigen vermeiden. Dabei musst du als Schwangere nicht gänzlich auf Sport verzichten. Fließende Bewegungen wie z. B. beim Schwimmen oder bei der Gymnastik stärken die Muskeln und den Körper und können so schmerzlindernd wirken. Die Verwendung eines Beckengürtels kann für zusätzliche Entlastung sorgen.

Rückenschmerz & Kopfschmerz sind häufige Schwangerschaftsbeschwerden

Rückenschmerzen

Der veränderte Hormonhaushalt und der immer größer und schwerer werdende Babybauch belasten die Wirbelsäule. Schwangere laufen Gefahr ins Hohlkreuz zu verfallen, was wiederum die Rückenschmerzen verstärkt. Eine aufrechte Haltung, Massagen und Gymnastik können die Schmerzen lindern.

Kopfschmerzen

Stechende oder dumpfe Kopfschmerzen werden in der Schwangerschaft durch die Hormone Östrogen und Progesteron ausgelöst. Um diese Schwangerschaftsbeschwerden loszuwerden, solltest du jedoch nicht einfach zum Schmerzmittel greifen. Sprich auf jeden Fall mit deinem Arzt, denn Medikamente können sich auch auf dein ungeborenes Baby auswirken.

Wassereinlagerungen belasten während der Schwangerschaft

Geschwollene Füße, Knöchel und Waden

Ca. 80 Prozent der schwangeren Frauen klagen vor allem im letzten Schwangerschaftsdrittel über schwere, geschwollene Beine, aber auch Hände, Füße und das Gesicht können betroffen sein. Diese Schwellungen entstehen durch Wassereinlagerungen im Gewebe. Diese Beschwerden werden durch den Anstieg deiner Blutmenge ausgelöst. Die höhere Blutmenge sorgt dafür, dass du dein Baby mit ausreichend Sauerstoff und Nährstoffen versorgen kannst. Zugleich werden deine Blutgefäße durchlässiger und elastischer, wodurch vermehrt Flüssigkeit in das Bindegewebe austreten kann. Stehst du oder sitzt du viel, pumpen die Beinvenen (die sogenannte Wadenpumpe) nur langsam wieder zum Herz, wodurch sich vor allem im Fuß-, Knöchel- und Wadenbereich Wasseransammlungen bilden. Gegen diese typischen Schwangerschaftsbeschwerden helfen Kompressionsstrümpfe, tägliche Bewegung oder ein kühles Fußbad. Entlaste so oft du kannst deine Beine, lagere sie hoch, geh schwimmen oder gönn dir Entspannung in der Badewanne: Wasser entlastet nämlich dein Gewebe.

Karpaltunnelsyndrom

Taube Fingerspitzen und / oder Handinnenflächen sind häufige Begleiter während einer Schwangerschaft. Ausgelöst wird dieses Schwangerschaftsphänomen durch die vermehrte Wassereinlagerung im weiblichen Körper und den dadurch entstehenden Druck auf das Bindegewebe und auf die in ihm verlaufenden Nerven. Die Nerven, die zu den Händen laufen, sind durch die Enge des Handgelenks (des sogenannten Karpaltunnels) besonders beansprucht, wodurch das Taubheitsgefühl entsteht. Bei starken Beschwerden solltest du einen Neurologen zu Rate ziehen.

Sonstige Schwangerschaftsbeschwerden, die auftreten können

Karies & Parodontitis

Kaltes oder Heißes verursacht Zahnschmerzen? In der Schwangerschaft werden die Zähne bei manchen Frauen empfindlicher. Bakterielle Infektionskrankheiten wie Karies und Parodontitis werden in der Schwangerschaft durch den veränderten Hormonhaushalt und Stoffwechsel begünstigt. Heißhunger auf Süßes und die veränderte, säurehaltigere Speichelzusammensetzung können zudem die Zahngesundheit von Schwangeren beeinträchtigen. Diese Schwangerschaftsbeschwerden stören nicht nur dich, vor allem Parodontitis kann sich auch schädigend auf das Ungeborene auswirken und scheint mit dem Risiko einer Frühgeburt und niedrigem Geburtsgewicht in Verbindung zu stehen. Neben Zahnbelag und Zahnentzündungen leiden Schwangere manchmal auch unter verstärktem Zahnfleischbluten, was vor allem auf die erhöhte Durchblutung während der Schwangerschaft zurückzuführen ist. Eine gesunde und vollwertige Ernährung kann dem Karies- und Parodontitis-Risiko positiv entgegenwirken. Jede Frau hat während ihrer Schwangerschaft Anspruch auf zusätzliche Vorsorgetermine beim Zahnarzt, bei denen die Zahngesundheit überprüft wird

Schlafstörungen

Mit Schlafproblemen haben die meisten Schwangeren zu kämpfen – spätestens im letzten Trimester. Ausgelöst werden sie durch innere Unruhe (Angst vor der Geburt), eingeschränkte Schlafpositionen, häufiger Gang zur Toilette oder durch andere Schwangerschaftsbeschwerden. Die beste Liegeposition ist auf der Seite mit einem Stillkissen zwischen den Beinen zur Entlastung. Die Rückenlage sollte vermieden werden, da das Gewicht von Baby, Fruchtwasser und Plazenta auf die untere Hohlvene (Vena cava inferior) drücken. Dadurch kann der Blutfluss zum Herzen stark gemindert werden. Die Sauerstoffversorgung sinkt, der Blutdruck fällt, Schwindel, Übelkeit und Herzrasen können die Folge sein.

Müdigkeit / Niedriger Eisenwert

Viele Schwangere fühlen sich müde und schlapp – eine gängige Schwangerschaftserscheinung, die meist durch Eisenmangel hervorgerufen wird. Während der Schwangerschaft erhöht sich die Blutmenge um circa 1,5 Liter. Dies hat die Natur zum einen so eingerichtet, damit genügend Blut für die Versorgung des Babys bereitsteht, da das Ungeborene über das mütterliche Blut mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt wird, und zum anderen als Puffer für die bevorstehende Geburt, welche immer mit einem gewissen Blutverlust einhergeht. Mehr Blutvolumen bedeutet aber auch, dass die Konzentration an Eisen während der Schwangerschaft höher sein sollte. Der Eisengehalt wird ausschließlich über die Nahrungsaufnahme reguliert. Daher wird der Eisenwert durch abwechslungsreiche und gesunde Ernährung positiv beeinflusst. Besonders Fleisch, Fisch, Gemüse und Hülsenfrüchte sind gute Eisenlieferanten. Während der Schwangerschaft überprüft der Arzt oder die Hebamme regelmäßig den Eisenwert und verschreibt gegebenenfalls Eisentabletten, sollte der Wert zu niedrig sein.

Schwangerschaftsdiabetes

Die Erkrankung an Gestationsdiabetes, wie Schwangerschaftsdiabetes auch genannt wird, zählt eigentlich nicht zu den klassischen Schwangerschaftsbeschwerden, denn die Symptome sind fast nicht zu erkennen. Fünf bis sechs Prozent aller schwangeren Frauen leiden unter einem erhöhten Blutzuckerwert, der bei Routine-Untersuchungen festgestellt wird. Was du beachten musst, wenn du die Diagnose Schwangerschaftsdiabetes bekommst, erfährst du in unserem Artikel .

Unreine Haut & Ekzeme

Der veränderte Hormonspiegel führt bei manchen werdenden Müttern zu geröteter, juckender und empfindlicher Haut vor allem in Hautfalten, unter den Brüsten, am Bauch oder in den Schenkelinnenseiten. Zudem können durch vermehrte Talkproduktion Mitesser oder sogar Akne entstehen. Hautpflegetipps für Schwangere haben wir in diesem Ratgeber für dich zusammengestellt.


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