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Babymoon: Sicher reisen mit Babybauch

Lesedauer: 4 Min.

Darf ich in der Schwangerschaft fliegen? Sind Reiseimpfungen okay? Worauf muss ich bei Fernreisen achten? Fragen und Antworten rund um den „Babymoon“.

Vor der Geburt des Babys noch einmal zu zweit verreisen! Noch einmal tiefenentspannen, ein letztes Abenteuer. Aber wie weit darf ich in der Schwangerschaft überhaupt noch reisen? Und worauf muss ich unbedingt achten? Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten für euch zusammen mit Dr. med. Christian Albring (Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte und niedergelassener Frauenarzt in Hannover) einmal zusammengefasst:

Was ist eigentlich ein Babymoon?

Es ist der neue Trend in der Reisebranche: der Babymoon. Das Wort leitet sich von „Honeymoon“, also den Flitterwochen, ab. Beim Babymoon steht ebenfalls die romantische Zweisamkeit im Mittelpunkt – allerdings nicht in Form der Hochzeitsreise, sondern als letzter Trip zu zweit vor der Geburt des Kindes. Viele junge Paare, die ein Kind erwarten, wünschen sich, noch einmal Zeit zu zweit zu verbringen und Kraft zu tanken, bevor die aufregende Zeit als junge Familie losgeht. Mittlerweile gibt es deshalb sogar spezielle Babymoon-Programme und Pauschalen für Schwangere. Bestimmt entspannend!

Welche Phase der Schwangerschaft ist am besten geeignet, um noch mal zu vereisen?

Da lassen wir am besten den Experten antworten: „Kürzere Reisen von wenigen Stunden Reisezeit in europäische Länder mit einer guten Gesundheitsversorgung sind bis ins dritte Trimester möglich, solange es der Schwangeren gut geht und es keine Anzeichen dafür gibt, dass eine Frühgeburt oder eine andere Komplikation drohen könnten“, rät Dr. Christian Albring, Präsident des Bundesverbands der Frauenärzte.

Was gehört unbedingt in die Reiseapotheke?

„Das ist vom Reiseziel abhängig und von dem Gesundheitszustand der Schwangeren“, sagt Dr. Christian Albring. „Auf jeden Fall sollte die Schwangere alle Arzneimittel mitnehmen, die sie für die gesamte Reisedauer braucht, und sich nicht darauf verlassen, dass sie am Reiseziel schon eine Apotheke finden wird und einen Arzt, der ihr gegebenenfalls alles Notwendige verordnen könnte.“ Startest du deine Reise gleich zu Beginn der Schwangerschaft, wirst du vielleicht Arzneimittel gegen Schwangerschaftsübelkeit brauchen. Geht es in Länder, wo es Mücken, Moskitos und andere saugende und stechende Plagen gibt, wirst du wahrscheinlich Mittel zur Insektenabwehr und eine Salbe gegen Insektenstiche mitnehmen wollen. „Die gängigen, frei verkäuflichen Insektenrepellents und auch die Cremes zur Behandlung von juckenden Insektenstichen sind für die Schwangerschaft unbedenklich“, sagt Dr. Albring. Seine persönliche Empfehlung: „Neigt die Schwangere zu Entzündungen der Harnblase oder der Vagina, sollte sie mit ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt besprechen, wie sie sich unterwegs bei solchen Erkrankungen verhalten soll. Beides sollte gerade in der Schwangerschaft nicht verschleppt werden. Als Schmerzmittel kann für eine kurzzeitige Einnahme im Notfall Paracetamol mitgenommen werden.“

 

Darauf muss ich achten, wenn ich mit dem Auto in den Urlaub fahre?

Egal, ob du mit dem Auto noch mal nach Italien düst oder nur schnell zum Bäcker um die Ecke fährst: Anschnallen ist immer Pflicht! Als Schwangere bist du optimal geschützt, wenn du den Schultergurt nicht quer über den Bauch legst, sondern zwischen Brust und Bauch. Der Beckengurt gehört während der Schwangerschaft zwischen Bauch und Oberschenkel. Das ist deshalb wichtig, weil sich bei einem Unfall der Druck gleichmäßig über die Gebärmutter verteilt und der Babybauch geschont wird. Dr. Albring empfiehlt bei längeren Autofahrten: „Machen Sie häufig Pausen, am besten alle zwei Stunden und trinken Sie viel, um der Thrombosegefahr vorzubeugen.“ 

Was muss ich bei Bahnfahrten beachten?

Die Bahn ist sicherlich gerade für Schwangere ein bequemes Fortbewegungsmittel: Einfach einsteigen, hinsetzen und los geht’s – herrlich! Wenn du alleine unterwegs bist und schweres Gepäck dabei hast, solltest du dich nach dem Gepäckträger-Service der Deutschen Bahn erkundigen. Gerade bei längeren Zugfahrten solltest du regelmäßig aufstehen und ein paar Schritte herumlaufen, damit du keine Thrombose bekommst.

Wie lange nehmen Fluggesellschaften Schwangere mit?

Das ist unterschiedlich. Viele Fluggesellschaften nehmen Schwangere ab der 34. oder 36. Woche nicht mehr mit; manche verlangen sogar ein Attest von einer Hebamme oder einem Arzt. Also rechtzeitig auf der Homepage deiner Airline über die jeweiligen Bestimmungen informieren und – falls notwendig – ein ärztliches Attest im Handgepäck mitnehmen.

Wie gefährlich ist Fliegen in der Schwangerschaft?

„Im Prinzip ungefährlich, wenn der Flug nicht mehr als vier Stunden dauert“, sagt Dr. Christian Albring. „Bei längeren Flügen sollten wegen der Thrombosegefahr leichte Stützstrümpfe getragen werden, die aber selbst nicht einschnüren dürfen. Die Schwangere sollte viel trinken und häufiger aufstehen und umherlaufen. Frauen, die unter Schwangerschaftsübelkeit leiden, können beim Starten, Landen und bei Turbulenzen Probleme bekommen und sollten sich nach Absprache mit ihrem Frauenarzt eventuell vorsorglich mit einem geeigneten Medikament versorgen.“

Ist es wirklich möglich, dass die Fruchtblase im Flieger platzt? 

Dr. Albring beruhigt: „Wenn die Frau kurz vor dem Flug nochmal beim Frauenarzt war, keine Infektion vorliegt, der Muttermund fest verschlossen ist und der Geburtstermin noch in weiter Ferne, ist es unwahrscheinlich, dass die Fruchtblase im Flieger platzt. Allgemein sind Blutungen eher in der Früh-, Blasensprünge eher in der Spätschwangerschaft zu erwarten.“

Bei Fernreisen in exotischere Länder braucht man oft spezielle Impfungen. Sind Impfungen in der Schwangerschaft möglich?

„Fernreisen bedingen lange Flüge, die prinzipiell nicht zu empfehlen sind, sowie das Risiko, dass die Schwangere Kontakt zu Krankheitserregern bekommt, auf die ihr Immunsystem nicht vorbereitet ist“, sagt der Präsident des Berufsverbands der Frauenärzte. „Wir empfehlen, dass Schwangere keine touristischen Fernreisen in Regionen planen, in denen sie derartigen Risiken ausgesetzt sind. Wir haben derzeit Malaria-Ausbrüche in Indien, Denguefieber in Sri Lanka, Cholera-Erkrankungen in Kenia, die belegen, dass man bei Reisen in tropische Regionen immer mit schweren Infektionen rechnen muss. Ein sicherer Impfschutz ist nur für wenige Tropenkrankheiten möglich. Eine medikamentöse Malariaprophylaxe ist eher kritisch und bietet nie eine hundertprozentige Sicherheit.“ Mehr Informationen dazu und einen Überblick über alle Impfungen findest du hier.  

Mein Babybauch ist noch klein, meine Lust auf Bergsteigen oder Tauchen dafür umso größer. Darf ich das noch?

„Das Tauchen mit Atemgerät ist in jedem Stadium der Schwangerschaft absolut verboten, weil sich beim Auftauchen aus der Tiefe winzigste Sauerstoffblasen im Blut bilden, die nachweislich zu Fehlbildungen beim Embryo führen können“, so Dr. Christian Albring. „Bergwandern ist für Geübte in Ordnung, solange die Schwangere sich genug Zeit gibt, um sich an die Höhe zu gewöhnen. Die Sturzgefahr ist aber erhöht, und Höhen über 2500 Metern sind eher kritisch zu sehen. Als Faustregel gilt, einen Höhenunterschied von 500 Höhenmetern pro Tag auf keinen Fall zu überschreiten.“ Auch solltest du daran denken, genug zu trinken mitzunehmen. Und bitte nicht alleine losgehen, sondern immer zwei Begleiter mitnehmen: einer, der im Notfall bei dir bleibt, und einer, der zurücklaufen kann, um Hilfe zu holen. „Auch wenn die schwangere Frau sportlich ist und viel Erfahrung mit dem Bergwandern hat – der Kreislauf ist in der Schwangerschaft stärker belastet, so dass schneller Atemnot und Erschöpfung eintreten können“, warnt Dr. Albring.

 

Dr. Christian Albring

Dr. med. Christian Albring ist Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte und niedergelassener Frauenarzt in Hannover.

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