Kugelrund wohlfühlen

Corona & Schwanger: Wie gefährlich ist das Corona-Virus?

Lesedauer: 5 Min.

Corona bestimmt unseren Alltag, die Infektionszahlen steigen immer weiter – und deine Unsicherheit als Schwangere exponentiell dazu. Jetzt ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und zu wissen, was das Corona-Virus (COVID-19) für dich und dein Baby im Bauch tatsächlich bedeutet. Wir haben Fragen und Antworten für dich gesammelt.

Ist das Coronavirus für mich als Schwangere besonders gefährlich?

Laut Deutscher Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG) gibt es im Moment keine Hinweise darauf, dass Schwangere durch das neue Coronavirus gefährdeter wären als die Allgemeinbevölkerung. Von anderen Coronaviren und viralen Atemwegsinfektionen wie Influenza ist aber bekannt, dass Schwangere ein höheres Risiko für eine ernsthafte Erkrankung haben. Deshalb betonen Experten der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) in den USA, dass es immer wichtig ist, sich als Schwangere gut zu schützen.

Wenn ich mich mit COVID-19 infiziere, kann ich mein Baby im Bauch anstecken?

Auch hier geben Experten vorerst Entwarnung: Es gibt bislang keine Hinweise darauf, dass du das Corona-Virus auf dein Ungeborenes übertragen kannst. Auch ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten wurde bislang nicht festgestellt. Die Datenlage ist allerdings insgesamt natürlich noch dünn. Immerhin, bei 20 infizierten Müttern in China zeigten sich keine Auffälligkeiten.

Muss ich besondere Maßnahmen ergreifen, um mich in der Schwangerschaft vor Corona zu schützen?

Du solltest einfach genauso vorsichtig sein wie alle anderen auch. Experten von der WHO und UNICEF raten:

  1. Wasche dir oft und gründlich die Hände mit Seife und desinfiziere sie anschließend. Triffst du kranke Personen, halte dich fern. Berühre weder Augen, Nasen oder Mund mit nicht gewaschenen Händen.
  2. Benutze beim Husten oder Niese ein Taschentuch. Entsorge dies bitte gleich in einen Mülleimer (mit Deckel) und reinige deine Hände.
  3. Verzichte im Moment auf das Händeschütteln. Auch das Umarmen und und Küssen zur Begrüßung sind leider tabu.
  4. Ist jemand eindeutig krank, vermeide bitte komplett auf den Kontakt.
  5. “social distancing” gilt im Moment überall- halte Abstand zu anderen.
  6. Geh bitte nicht aus dem Haus, wenn du dich krank fühlst. Bemerkst du Symptome wie Atembeschwerden, Husten oder Fieber melde dich auf jeden Fall bei deinem Arzt.

Kann ich später noch stillen, wenn ich in der Schwangerschaft jemanden getroffen habe, der mit COVID-19 infiziert war?

Aber natürlich. Muttermilch bleibt die allerbeste Nahrung für die allermeisten Babys. Die Academy of Breastfeeding Medicine, die WHO und das CDC  ermutigen aktuell zum Stillen, auch wenn du dem Virus ausgesetzt warst oder Symptome hast. Lies dir am besten dazu unseren Artikel “Stillen und Corona” durch.


Ich hatte Kontakt zu Personen, die positiv auf das Corona-Virus (COVID-19) getestet wurden – was soll ich tun?

Bitte wende dich sofort – und ganz unabhängig davon, ob du selbst Symptome zeigst – an das zuständige Gesundheitsamt oder ruf den ärztlichen Bereitschaftsdienst an (Tel: 116117). Nimm auf jeden Fall auch Kontakt zu deiner Gynäkologin auf.

Was passiert, wenn ich als Schwangere positiv auf das Corona-Virus getestet wurde?

Sprich bitte unbedingt telefonisch mit deiner Frauenärztin/deinem Frauenarzt. Wenn du gar keine oder nur leichte Symptome hast, und du (und die Mitglieder deiner Familie) nicht zu einer Risikogruppe (chronische Atemwegserkrankungen, Vorerkrankungen etc.) gehören, kannst du dich vermutlich zu Hause auskurieren. Nur bei schwereren Symptomen musst du eventuell in die Klinik.

Was ist, wenn ich in Quarantäne muss, weil ich selbst erkranke oder als Verdachtsfall gelte? Kann ich trotzdem meine Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen?

Wende dich an deinen Arzt und gib Bescheid, dass du dich gerade in Quarantäne befindest. Vermutlich werden die Vorsorgeuntersuchungen dann hinausgezögert, bis deine Quarantäne beendet ist. Wenn deine Hebamme oder dein Arzt dringenden Untersuchungsbedarf sehen, wird dies – mit entsprechenden Vorkehrungen – möglich gemacht.

Was ist, wenn es mir in Quarantäne plötzlich schlecht geht und ich Angst um mein Baby habe?

Erster Ansprechpartner sollte (wenn erreichbar) immer deine Gynäkologin per Telefon sein. Normale Sprechstunden und unangekündigte Klinikbesuche solltest du meiden! Ausnahmen sind wirklich akute Notfälle. Wenn du schwanger bist, sollte das Gesundheitsamt und dein betreuender Arzt im Vorhinein festlegen, wie ihr im Fall eines Notfalls vorgehen müsst, wenn du infizierst oder ein Verdachtsfall bist.Du solltest auch wissen, an welches Krankenhaus du dich dann wenden musst und wie du dorthin kommen kannst. In der Regel solltest du mit dem eigenen Auto fahren oder einen Krankenwagen rufen. Auf jeden Fall musst du die Klinik vor deiner Ankunft telefonisch benachrichtigen.

Was ist, wenn ich in Quarantäne plötzlich Wehen bekomme?

Auch dann gilt: Kontaktiere deine Geburtsklinik zunächst telefonisch und erkläre, dass bei dir eine Infektion möglich oder bestätigt ist. Du bekommst dann entsprechende Anweisungen, was du tun sollst.

Wird sich eine bei mir vermutete oder bestätigte Infektion mit Corona darauf auswirken, wo und wie ich mein Kind bekomme?

Experten empfehlen momentan allen Schwangeren mit Verdacht auf oder bestätigte Corona-Infektion (COVID-19) bei Wehen vorsichtshalber in eine Klinik zu gehen, in der das Baby unter den Wehen ständig elektronisch überwacht und der Sauerstoffgehalt stündlich geprüft werden kann. Eine Entbindung ohne ärztliche Aufsicht, zu Hause oder in einem Geburtshaus wird deshalb nicht empfohlen.

Kann ich ganz normal entbinden, wenn ich mit dem Corona-Virus (COVID-19) infiziert bin?

Laut DGGG gibt es nach momentanem Stand keine Anhaltspunkte dafür, dass du in einem solchen Fall nicht vaginal gebären kannst oder ein Kaiserschnitt sicherer wäre. Wenn du allerdings unter der Geburt Atemnot bekommst, kann ein Kaiserschnitt nötig werden. Es gibt aktuell auch keine Hinweise, die gegen eine PDA sprechen würden. Von Lachgas allerdings wird ausdrücklich abgeraten.

Es gelten Besuchsverbote. Darf der Papa meines Babys bei der Geburt dabei sein?

Momentan ist das zum Glück meistens noch möglich. Wenn du dir Gedanken machst, besprich das am besten vorab telefonisch mit deiner Geburtsklinik.

Darf ich nach der Geburt bei meinem Baby bleiben, wenn ich positiv auf Corona/COVID-19 getestet wurde?

Um dein Baby keinem unnötigen Risiko auszusetzen, kann es schon sein, dass die Ärzte in der Klinik sich dafür entscheiden, euch erst einmal zu trennen. Zumindest wenn sie sich nach den CDC-Empfehlungen richten. Sicher wird aber in jeder Fall ganz individuell entschieden. Sollte es dir aber nicht gut gehen und die Trennung länger dauern, wird geraten, dein Neugeborenes mit Muttermilch zu versorgen. Wichtig wäre dann, dass du unbedingt eine Milchpumpe zur Verfügung gestellt bekommst

Sobald es dir wieder besser geht und du nach Hause darfst, kannst du weiterhin Muttermilch füttern oder auch stillen, betonen Experten des Johns Hopkins Medicine.  

Um dein Baby vor einer Infektion mit dem Virus zu schützen, solltest du auch dann noch alle wichtigen Vorsichtsmaßnahmen treffen. Dazu gehören das gründliche Händewaschen bevor du dein Kleines in den Arm nimmst und das Tragen einer Gesichtsmaske, wenn du ihm sehr nah kommst.

Kann ich mein Baby stillen?

Ja! Momentan gibt es keine Anzeichen dafür, dass das Virus über die Muttermilch übertragen werden kann. Experten sind aktuell der Meinung, dass die Vorteile des Stillens die möglichen Risiken einer Übertragung des Corona-Virus überwiegen.


Bei Fragen sind wir weiterhin gerne für euch da unter beratung@medela.de, auf Instagram und Facebook.


Bitte beachte: Alle genannten Infos beziehen sich auf den uns bekannten Stand am 07. April 2020. Mit der fortschreitenden Untersuchung des Virus, können sich die Empfehlungen ändern. Wir werden hier immer wieder Updates geben.


Weitere Artikel zu Covid-19 findet ihr hier:

Corona & Stillen: Wie gefährlich ist COVID-19?

Corona & Abpumpen: Darf ich trotz COVID-19 noch Milch abpumpen?


Quelle und mehr Informationen:

Deutsch: HIER

Englisch:
Center for Disease Control and Prevention


Haftungsausschluss

Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen und Materialien stellen keine Rechtsberatung dar und sind auch nicht als solche beabsichtigt; sämtliche auf dieser Website verfügbaren Informationen dienen ausschliesslich der allgemeinen Information. Die Informationen auf dieser Website entsprechen gegebenenfalls nicht dem aktuellsten Informationsstand. Medela behält sich das Recht vor, diese Website jederzeit zu ergänzen oder die Informationen und Materialien auf dieser Website zu ändern oder zu löschen.

Die Website enthält Links zu Webseiten Dritter. Die Bereitstellung dieser Links an die Leser bzw. Nutzer erfolgt ausschliesslich aus Gefälligkeitsgründen; sie stellt keine Empfehlung oder Billigung der Inhalte dieser Drittanbieter-Websites durch Medela dar.

Die Informationen und Materialien auf dieser Website werden ohne Mängelgewähr zur Verfügung gestellt; es wird keine Gewähr für die Fehlerfreiheit des Inhalts übernommen. Obwohl wir versucht haben, die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen und Materialien auf dieser Website sicherzustellen, übernehmen wir keine Garantie oder Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Angemessenheit oder Aktualität der Informationen und Materialien, die auf dieser Website enthalten oder mit ihr verlinkt sind.

Jegliche Haftung in Bezug auf Handlungen, die aufgrund des Inhalts dieser Website vorgenommen oder unterlassen werden, wird hiermit ausdrücklich ausgeschlossen. Die Nutzung der auf dieser Website enthaltenen oder mit dieser verlinkten Inhalte erfolgt ausschliesslich auf eigene Gefahr. Medela übernimmt keine Haftung für Verluste oder Schäden, die sich aus der Nutzung dieser Website oder aus dem Verlass auf den Inhalt dieser Website ergeben.

Lies auch

Wir sind gerne für dich da

Hast du Fragen zu deiner Schwangerschaft, zum Stillen, Abpumpen oder zu unseren Produkten?

Stillberatung_Jacqueline_Stich

Jacqueline Stich
Stillberatung

beratung@medela.de
baby-in-karton

Kundenservice
Produktberatung

eltern@medela.de
+49 800 99 91 08 8