Kugelrund wohlfühlen

FL? SSL?? Das steht wirklich in deinen Mutterpass!

Lesedauer: 4 Min.

FL? SSL?? FOD??? Manche Abkürzungen im Mutterpass sind echtes Fachchinesisch. Dahinter verstecken sich viele spannende Details über die Entwicklung deines Babys. Wir haben eine kleine Übersetzungshilfe für dich!

Seite 2 und 3: Laboruntersuchungen und Rötelnschutz

Hier findest du einige wichtige Untersuchungsergebnisse deiner Blutabnahmen. 

Laboruntersuchungen

Alle Blutuntersuchungen, einschließlich Bestimmung der Blutgruppe und des Rhesusfaktors (Rh).

Antikörper-Suchtest

Klärt, ob im Blut der Mutter Antikörper gegen das Blut des Babys gebildet wurden, falls der Rhesusfaktor bei Mama und Kind unterschiedlich ist. Der erste Test findet zu Beginn der Schwangerschaft statt.

Röteln-Impfung

Klärt, ob die Mutter bereits gegen Röteln geimpft ist oder eine Rötelnimpfung hinter sich hat und somit über ausreichend Impfschutz verfügt.

Chlamydia trachomatis-DNA

Anhand einer Urinprobe wird ermittelt, ob eine Chlamydien-Infektion (Bakterien) besteht. Bei einer Infektion muss eine antibiotische Behandlung erfolgen, um Komplikationen zu vermeiden.

Antikörper-Suchtest-Kontrolle

Erneuter Antikörper-Suchtest zwischen der 24. und 27. Schwangerschaftswoche (SSW).

Röteln-Antikörpertest-Kontrolle

Die zweite Blutuntersuchung wird nur vorgenommen, wenn beim ersten Test festgestellt wurde, dass die Schwangere nicht ausreichend gegen Röteln immun ist.

LSR durchgeführt

Test auf Syphillis (Lues).

HBs-Antigen-Test

Bluttest auf Hepatits-B.

Seite 4a und 4b: Angaben zu vorangegangenen Schwangerschaften

  • Spontangeburt: normale Geburt ohne medizinischen Eingriff in den Geburtsablauf
  • Sectio: Kaiserschnitt
  • Vaginale Operation: Saugglocken- (Vakuum) oder Zangengeburt (Forzeps)
  • Abort: Fehlgeburt
  • Abruptio: Schwangerschaftsabbruch
  • EU: Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter, z.B. Bauchhöhlen- oder Eileiterschwangerschaft

Besonderheiten zu den Katalogen A. und B.

Wie der Name schon sagt, werden hier die Besonderheiten und Therpaiemaßnahmen, wie z.B. Insulindosis bei Diabetes-Patientinnen, zu den Risikokatalogen A und B eingetragen.

Stationäre Behandlung während der Schwangerschaft

Dokumentation der der Aufenthalte im Krankenhaus während der Schwangerschaft.

Cardiotokographische Befunde

Bei bestimmten Auffälligkeiten, z.B. vorzeitiger Wehentätigkeit, sehen die Mutterschaftsrichtlinien ein Cardiotokogramm (CTG) vor. Es zeichnet die Herztätigkeit des Kindes und die Aktivität der Gebärmutter auf.

Seite 5: Anamnese und Vorsorgeuntersuchung

Hier werden die Befunde der Erstuntersuchung dokumentiert, um mögliche Risiken zu erkennen.

Gravida

Steht hier für die Zahl der Schwangerschaften (Fehlgeburten werden mitgezählt).

Para

(parere = gebären) Anzahl der Geburten

Anamnese

Krankheitsvorgeschichte

Seite 6: Besondere Befunde, Termine

Hier sind Probleme gemeint, die während der Schwangerschaft auftreten können. Weitere Abkürzungen:

  • Hypertonie: Bluthochdruck
  • Adipositas: Fettleibigkeit
  • post partum: Zeit nach der Geburt
  • ZNS: Zentralnervensystem (Gehirn und Rückenmark)
  • SS: Schwangerschaft
  • SSW: Schwangerschaftswoche

Terminbestimmung

Diese Terminbestimmung ist die Grundlage für den Beginn des Mutterschutzes. Die Berechnung des Geburtstermins (ET = errechneter Termin) basiert auf dem ersten Tag der letzten Periode (LR):

LR + 7 Tage – 3 Monate + 1 Jahr = ET

Seite 7 und 8: Gravidogramm

In dieser Tabelle dokumentiert dein Arzt (hoffentlich einigermaßen leserlich…) alle Ergebnisse, die er bei Untersuchungen im Verlauf deiner Schwangerschaft gesammelt hat. Hier liest du meist einige Abkürzungen und Fachwörter, zum Beispiel:

  • SSW: Das steht für Schwangerschaftswoche.
  • Fundusstand oder Symphysen-Fundusabstand: Damit ist der Abstand des oberen Gebärmutterrandes (Fundus) und der Schambeinfuge (Symphyse) gemeint. Er nimmt bis zur 36. SSW zu und senkt sich zum Geburtstermin wieder ein wenig.
  • Kindslage: Hier kannst du nachlesen, wie dein Baby während der Untersuchung in deiner Gebärmutter gelegen hat. In den ersten Monaten schlägt dein Kleines noch viele Purzelbäume, bis zur Geburt drehen sich aber 96 Prozent aller Kinder in die beste Startposition: Mit dem Kopf nach unten in den Geburtskanal, in die sogenannte Schädellage (SL). Liest du die Abkürzung BEL, heißt das, dass dein Baby im Moment in Beckenendlage liegt, also der Popo in den Geburtskanal zeigt. QL, also Querlage, bedeutet einfach, dass das Kind quer zur Wirbelsäule der Mama liegt. Schreibt dein Arzt ein E in die Tabelle, meint er „Einstellung“ und damit, dass sich dein Baby mit einem führenden Körperteil, meistens mit dem Kopf, ins Becken gedreht hat.
  • Ödeme: Wassereinlagerungen
  • Varikosis: Krampfadern
  • RR systolisch/diastolisch: Oberer und unterer Blutdruckwert
  • Hb (Eryl): Blutfarbstoff und Anzahl der roten Blutkörperchen. Diese Werte dienen zur Feststellung von Blutarmut (Anämie).
  • Sendiment: Urinuntersuchung.
  • Vaginale Untersuchung: Untersuchung über die Scheide.

Seite 10 und 11: Ultraschall

Den drei großen Ultraschalluntersuchungen fiebern Mamas häufig am meisten entgegen: Mal deutlicher, mal nur mit Hilfe des Arztes, kannst du Füßchen, Hände oder die kleine Stubsnase auf dem Monitor erkennen. Dein Arzt achtet dabei natürlich noch auf viel mehr und dokumentiert die Messungen.

Hier ein paar Erklärungen der Fachbegriffe:

Intrauteriner Sitz: Wunschgemäße Lage des Embryos
Plazentalok./-struktur: Sitz und Struktur des Mutterkuchens (Plazenta)
Konsiliaruntersuchung veranlasst: Untersuchung durch einen weiteren Arzt (z.B. Internist oder Augenarzt)
Fetale Struktur: Organe des Babys

Hier findest du beispielsweise diese Abkürzungen:

  • Screening = Untersuchung per Ultraschall
  • SSW = Schwangerschaftswoche: Der Arzt misst die Größe deines Babys und kann so die SSW auf plus/minus fünf Tage genau festlegen.
  • FS = Fruchtsackdurchmesser: Er ist ab der 5. SSW sichtbar und kann so schon früh auf eine intakte Schwangerschaft hinweisen.
  • SSL = Scheitel-Steiß-Länge: Damit ist die Länge des Babys vom äußersten Kopfende bis zum äußersten Steißende gemeint.
  • BPD = Biparietaler Durchmesser: Dies ist der quergemessene Durchmesser des Köpfchens.
  • FOD = Fronto-okziptaler Durchmesser: Der Längsdurchmesser des Köpfchens.
  • KU = Kopfumfang: Der Umfang des Babyköpfchens.
  • ATD = Abdomenquerdurchmesser: Dafür misst der Arzt den Bauch des Babys von der einen bis zu anderen Seite….
  • APD = Anterior-posteriorer Durchmesser: …und hier von vorne nach hinten.
  • AU= Abdomenumfang: Damit ist der Umfang des Babybäuchleins gemeint.
  • FL/HL = Femurlänge/Humeruslänge: Das ist die Länge des Oberschenkelknochens (Femur) und des Oberarmknochens (Humerus).

Seite 12 und 13: Ultraschall-Kontrolluntersuchungen und Wachstumsverlauf

Ultraschall-Kontrolluntersuchungen nach Anlage 1b: Bei Verdacht auf Fehlbildungen sollten noch weitere Ultraschalluntersuchungen durchgeführt werden.

Seite 13: Normkurven für den fetalen Wachstumsverlauf

Hier wird das Wachstum deines Babys im Bauch dokumentiert.

  • Darstellung der zeitgerechten Entwicklung des Kindes
  • Erkennung von Wachstumsstörungen

BPD = Biparietaler Durchmesser: Dies ist der quergemessene Durchmesser des Köpfchens.
ATD = Abdomenquerdurchmesser: Querdurchmesser des kindlichen Bauches.

Seite 14: Weiterführende Ultraschall-Untersuchungen

Bei Verdacht auf Erkrankungen oder Fehlbildungen des Babys.

Dopplersonographische Untersuchungen: Hier wird mithilfe von Ultraschall die Blutversorgung des Babys geprüft

Seite 15 und 16: Abschlussuntersuchung / Epikrise

Ist diese Seite ausgefüllt, ist dein kleiner Schatz auf der Welt! Hier wird die Geburt festgehalten sowie die Ergebnisse deiner letzten gynäkologischen Untersuchung, bevor ihr nach Hause geht.

Geburtsmodus

  • SP: Spontangeburt
  • S: Schnittentbindung (Kaiserschnitt)
  • Vag. Op.: Zangen- oder Saugglockengeburt

Kindslage

  • SL: Schädellage
  • BEL: Beckenendlage – auch Steißlage genannt
  • QL: Querlage

APGAR-Zahl:

Gleich nach der Geburt wird der Zustand des Babys mit dem APGAR-Schema beurteilt. Für jeden Bereich kann das Neugeborene 0, 1 oder 2 Punkte erhalten, die dann zusammengezählt werden. Die Bestzahl beträgt 10.

  • A=Atmung,
  • P=Puls,
  • G=Grundtonus,
  • A=Aussehen,
  • R=Reflex).

ph-Wert (Nabelarterie)

Gibt Auskunft über den Säuregrad des Bluts in der Nabelschnurarterie des Babys. So wird der Sauerstoffgehalts des Kindes bei der Geburt überprüft.

Wochenbett

Bei der Abschlussuntersuchung vor Entlassung aus dem Krankenhaus prüft der Arzt die Rückbilung der Gebärmutter und vermerkt den Heilungsverlauf eventueller Geburtsverletzungen.

  • Hb: Gehalt an Blutfarbstoff und roten Blutkörperchen
  • RR: Blutdruck
  • Anti-D-Prophylaxe: Vorsorgliche Injektion von Anti-D-Immunglobulin bei einer Rhesus-negativen Schwangeren mit einem Rhesus-positiven Baby gleich nach der Geburt. Ziel: Vorbeugung einer Rhesus-Unverträglichkeit bei einer weiteren Schwangerschaft.
  • direkter Coombs-Test: Test, ob Baby Antikörper im Blut hat
  • Besonderheiten im Wochenbett: Hier werden die Ergebnisse der Untersuchung in der 6. bis 8. Woche nach der Entbindung dokumentiert.

2. Untersuchung nach Entbindung (6.-8. Woche)

Bei der Nachuntersuchung kontrolliert der Frauenarzt den gynäkologischen Befund, Blutdruck und Urin.

  • Z pos.: Zucker im Urin nachgewiesen
  • E pos.: Eiweiß im Urin nachgewiesen
  • Sediment o.B.: Urinuntersuchung ohne Befund

Du hast weitere Fragen zum Mutterpass? Unsere Elternberatung hilft dir gerne weiter unter eltern@medela.de oder über die Medela Facebookseite.


Quelle: https://www.tk.de/tk/die-schwangerschaft/beim-arzt/der-mutterpass/98486

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