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Toxoplasmose in der Schwangerschaft

Lesedauer: 2 Min.

Hast du vor deiner Schwangerschaft jemals von Toxoplasmose gehört? Vermutlich nicht. Toxoplasmose gehört zu den Infektionskrankheiten, die jeder zweite Deutsche schon unwissentlich durchgemacht hat.

Was ist Toxoplasmose?

Toxoplasmose ist eine Infektionskrankheit, die von Tier auf Menschen übertragen wird, eine sogenannte Zoonose.

Warum ist Toxoplasmose für Babys gefährlich?

Eine Ansteckung mit Toxoplasmose kann für dein Kind gefährlich werden. Körperliche und geistige Behinderungen, aber auch die Schädigung bereits angelegter Organe (insbesondere Gehirn und Augen) können die Folge sein. Über die Plazenta steckst du den Fötus ungewollt an, wenn du dich während der Schwangerschaft mit Toxoplasmose infizierst.

Toxoplasmose in der Schwangerschaft: Symptome

Die Krankheit verläuft bei den meisten Menschen symptomlos, kann sich aber durch grippeähnliche Symptome wie leichtes Fieber und Lymphknotenschwellungen, Müdigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen, eventuell Durchfall äußern. Tröstlich ist nur: Hattest du einmal Toxoplasmose, bilden sich danach Antikörper, die dich für den Rest deines Lebens vor einer erneuten Erkrankung schützen – und damit auch dein Baby. Eine Impfung gegen Toxoplasmose gibt es leider nicht, weshalb du in den frühen Schwangerschaftswochen abklären solltest, ob du immun bist oder dich noch infizieren kannst.

Wie wird Toxoplasmose übertragen?

Die Erreger von Toxoplasmose heißen „Toxoplasma gondii“, winzige Parasiten, die sich im Darm von Katzen vermehren oder sich im Muskelfleisch oder in den Gehirnen von Schlachttieren ansammeln, zum Beispiel Schweinen oder auch Geflügel. Am häufigsten infizieren sich Schwangere mit Toxoplasmose, wenn sie rohes oder halbgares, nur rosa gebratenes Fleisch essen. Deshalb schließen die Ernährungsvorschriften in der Schwangerschaft Salami oder andere rohe Fleischwaren aus.

Katzen bzw. Katzenkot kann Toxoplasmose ebenfalls übertragen, denn die Parasiteneier können bei der Reinigung des Katzenklos an den Händen haften bleiben. Wäscht man diese nicht gründlich, können die Erreger durch Unachtsamkeit in den Mund gelangen und geschluckt werden. Gemüse oder Obst aus dem Garten kann ebenfalls mit den Erregern kontaminiert sein, da „Toxoplasma gondii“ bis zu 18 Monate im Erdboden lebensfähig sind. Diese Ansteckungswege sind aber weit seltener als der durch Genuss von rohem Fleisch. Regelmäßiges Händewaschen bzw. das gründliche Abwaschen von rohem Obst und Gemüse verhindern die Übertragung.

Tipps, um einer Infektion mit Toxoplasmose während der Schwangerschaft vorzubeugen

  • Verzichte auf rohes oder halbrohes Fleisch (Achtung bei Hamburgern!) und auf Rohwürste wie Salami, Mettwurst und Co.
  • Achte bei der Zubereitung von rohem Fleisch sehr sorgfältig auf eine gute Handhygiene!
  • Wasche Gemüse, Salat und Obst immer gründlich ab.
  • Lasse deine Katze vom Tierarzt untersuchen.
  • Wasche dir nach jedem Kontakt mit Katzen die Hände.
  • Füttere deine Katze mit Fertigfutter statt mit rohem Fleisch.
  • Überlasse die Reinigung des Katzenklos anderen oder ziehe Gummihandschuhe dabei an.
  • Trage auch bei Gartenarbeiten immer Gummihandschuhe.

Toxoplasmose in der Stillzeit: Worauf muss ich achten?

Entwarnung: Toxoplasmose kann nicht durch Muttermilch übertragen werden. Nach der Geburt solltest du dich an Ernährungstipps für die Stillzeit halten, halbrohes Fleisch ist aber wieder erlaubt.

Hast du noch Fragen an unsere Hebamme? Dann schreib ihr doch gerne unter beratung@medela.de

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