Babys erstes Jahr

Steckt dein Baby in einer Schreiphase?

Lesedauer: 2 Min.

Kommt dein Baby auf die Welt, ist sein Verdauungssystem noch nicht ausgereift und es reagiert stark auf äußere Einflüsse. Ungefähr ab der zweiten Lebenswoche beginnt bei vielen Babys die sogenannte “Schreiphase“– oft vom späten Nachmittag bis in die Nacht hinein. Angeblich sind Koliken die Ursache dafür. Stimmt das wirklich?

Babys müssen schreien, denn nur so können sie sich mitteilen. Aber mit einem Schreibaby kann man sich als Elternteil auch ganz schön allein gelassen fühlen. Vergiss nicht, dass es viele Gründe gibt, warum ein Baby weint.

Die Liste ist endlos

Die Windel kann voll sein, der Raum ist zu kalt oder zu warm, zu viele Reize überfordern das Baby, es ist gelangweilt, müde, ängstlich, unsicher oder es hat Bauchweh. Dein Kleines braucht Trost oder muss aufstoßen – oder ja, es könnte auch hungrig sein.

Alle stillenden Mütter sind verunsichert, wenn ein Baby sehr viel schreit. Du fragst dich vielleicht, ob dein Baby genug Muttermilch bekommt und mit großer Wahrscheinlichkeit lautet die Antwort „Ja“. Denke daran, dass nicht jedes Schreien im Zusammenhang mit Stillen oder Hunger steht.

Die üblichen Ratschläge in dieser Situation:

  • Dein Kinderarzt verordnet beruhigende Tropfen oder Zäpfchen.
  • Verwandte, Nachbarn und Freunde geben ungebetene Ratschläge.
  • Die Apotheken verkaufen dir Anti-Kolik-Sauger, weil dein Baby beim Trinken angeblich Luft schluckt.

Die wahre Ursache: Dein Baby reagiert auf Stress.

Denk einmal bewusst an die Zeit, in der dein Baby anfängt zu schreien: den Nachmittag. Oft erreicht hier der Stress in einer Familie den Höhepunkt. Vielleicht lief der Tag nicht wie geplant, Unvorhergesehenes ist passiert. Für alle Beteiligten ist das normal, für dein Baby nicht. Es nimmt die Unruhe nicht mit dem Verstand, sondern mit dem Bauch auf – dort entsteht bei ihm ein ungutes Gefühl. Um dies mitzuteilen, fängt es an zu schreien, bis du es nimmst, am besten gleich an die Brust. Dann ist Ruhe und es fühlt sich wieder geborgen und sicher. Viele Frauen tun ab Nachmittag nichts anderes, als ihr Baby zu stillen, es herumzutragen und wieder zu stillen.

Was kannst du tun?

  • Dein Baby spürt deine Stimmungen und reagiert auf eine immer wiederkehrende stressige Tageszeit. Versuche, deinen Alltag zu strukturieren und plane täglich weniger Aktivitäten ein.
  • Nimm dein Baby in ein Tragetuch oder eine andere Tragehilfe. So spürt es deine Nähe und Zuwendung und du bleibst mobil. Auch eine Baby-Hängematte kann helfen.
  • Freunde und Familie helfen gerne, nimm die Unterstützung an. So hast du mehr Zeit für dein Baby. Wünsche dir Kuchen statt Blumen als Mitbringsel – alles, was Stress reduziert, hilft.
  • Wenn möglich, gönne dir jeden Tag ein bisschen Zeit für dich selbst. Bitte deinen Partner, Familienmitglieder oder Freunde, vorbeizukommen und dir zu helfen, indem sie z. B. mit dem Baby spazieren gehen. Oder sie könnten auf das Kind aufpassen und du gehst selbst ein bisschen spazieren.

Gut zu wissen

Schreiphasen haben nicht unbedingt mit den unreifen Verdauungsorganen zu tun. Sie dauern in der Regel circa drei Monate. Dann reagiert das Baby nicht mehr so stark auf äußere Reize und Stresssituationen und das Schreien kann weniger werden.

Ein stundenlang schreiendes Kind zu ertragen ist für eine Mutter, und natürlich auch für den Vater, erdrückend, stressig, frustrierend und erschreckend. Manchmal schreien Babys eben. Du möchtest es ihm wahrscheinlich gleichtun – und das ist völlig in Ordnung. Schreien ist normal und von Zeit zu Zeit gesund. Wenn du dich jedoch fast den ganzen Tag sehr traurig fühlst und immer wieder weinen musst, solltest du dich an deinen Arzt wenden und ihm erzählen, wie du dich fühlst.

Hat dir dieser Artikel geholfen? Welche Tipps würdest du anderen Müttern geben? Schreibe uns unter kundenservice@medela.de oder in unserer Medela Deutschland Facebook-Community.

Lies auch

Wir sind gerne für dich da

Hast du Fragen zu deiner Schwangerschaft, zu Stillen, Abpumpen oder zu unseren Produkten?

Hebamme Alexandra Buder

Alexandra Buder
Hebammenberatung

beratung@medela.de
baby-in-karton

Kundenservice
Produktberatung

eltern@medela.de
+49 800 99 91 08 8