Stillprobleme

Stillstart-Stolperstein #3: Wunde Brustwarzen

Lesedauer: 5 Min.

Nichts kann den Zauber der ersten Wochen mit Baby so sehr trüben wie Schmerzen beim Stillen. Empfindliche Brustwarzen beim Stillstart sind normal, bei wunden Brustwarzen aber ist schnelle Hilfe wichtig. Zum Glück gibt es kleine Ersthelfer, die pflegen und schützen! Tipps von Hebamme Alexandra Buder.

Hurra, dein Baby ist da! Die Geburt habt ihr beide gut überstanden – doch schon kommt die nächste Herausforderung auf euch zu: das Stillen. Denn auch wenn eine kuschelige Stillbeziehung die natürlichste Sache der Welt ist – ein Selbstläufer ist sie gerade bei Stillbeginn meistens nicht. Empfindliche, sogar wunde Brustwarzen sind keine Seltenheit und können verschiedene Ursachen haben. Jetzt nur nicht verzweifeln! Nützliche kleine Ersthelfer wie die Brustwarzencreme PureLan 100 (Ökotest „Sehr gut“, Eltern App 10/2017) pflegen und schützen deine sensiblen Brustwarzen in dieser Zeit ganz besonders. Worauf du achten solltest und was dir jetzt hilft, erfährst du hier.

Die häufigsten Gründe für wunde Brustwarzen – und wie du sie vermeidest:

Grund 1: Falsches Anlegen

Wenn dein Baby die Brustwarze schlecht zu fassen bekommt, ist die Brustwarze ungünstig in seiner Mundhöhle positioniert. Die Brustwarze wird dann von den Kauleisten und dem harten Gaumen gequetscht und wund gerieben. Idealerweise erfasst das Baby nicht nur die Brustwarze sondern auch einen möglichst großen Teil des Warzenhofes und zwar so, dass die Brustwarze zwischen Babys Zunge und dem weichen Gaumendach liegt. Deshalb ist es ganz entscheidend, dass dein Baby richtig an die Brust angelegt ist. Wichtig: Seine Lippen beim Saugen sollten ausgestülpt sein.

Grund 2: Eine ungünstige Stillposition

Es ist egal, ob du im Sitzen oder Liegen stillst. Wichtig ist, dass dein Baby sich etwa auf Höhe deiner Brust befindet und deinem Körper zugewandt ist. Dein Baby soll seinen Kopf nicht drehen müssen! Probiert ruhig verschiedene Stillpositionen aus bis ihr eine angenehme gefunden habt.

Grund 3: Deine Brust ist vor dem Anlegen sehr prall

Regelmäßiges Stillen nach Bedarf des Babys verhindert, dass deine Brüste zu voll werden und damit schwer für dein Baby mit dem Mund zu fassen sind. Sollte dein Baby trotz häufigen Stillens von der prallen Brust abrutschen, kannst du vor dem Stillen mit Wärme auf der Brust die Milchgänge weiten. Nach einer sanften Brustmassage kannst du dann etwas Milch vor dem Stillen ausstreichen.

Grund 4: Deine Brustwarzen sind eher flach

Grundsätzlich gibt es keine zum Stillen ungeeigneten Brustformen oder Brustwarzen. Wenn du aber Brustwarzen hast, die flach oder nach innen eingezogen sind (man spricht hier von sogenannten Flach- oder Hohlwarzen), kann dies das Stillen erschweren. Sprich am besten deine Hebamme darauf an. Sie wird dir vermutlich zu einem Brustwarzenformer raten. Er lässt mit sanftem Druck die Brustwarzen etwas mehr hervortreten, so dass dein Baby die Brustwarze dann besser fassen kann.

Grund 5: Dein Baby ist ein Frühchen

Es kann sein, das deine Brustwarze im Verhältnis zum Mund des Kindes sehr groß ist. Außerdem sind Frühchen oft eher saugschwach. Aber auch hier gibt es Lösungen. So könntest du eventuell mit einer Milchpumpe den Milchfluss vorab stimulieren, damit dein Baby sich nicht zu sehr anstrengen muss. Lass dich in jedem Fall am besten von deiner Hebamme beraten!

Andere Herausforderungen sind z.B. Fehlbildungen wie eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte oder ein zu kurzes Zungen- oder Lippenbändchen. In all diesen Fällen sind deine Hebamme oder dein Arzt unbedingt die richtigen Ansprechpartner.

Aber was tun, wenn du schon wunde Brustwarzen hast?

Deine wunden, schmerzenden Brustwarzen kannst du in der Zwischenzeit bei der Heilung mit einigen praktischen Helferlein unterstützen:

  1. Etwas Muttermilch ausdrücken und auf der wunden Stelle verteilen und an der Luft trocknen lassen. Achtung: Nicht bei Soor (Pilzerkrankung)!)
  2. Lanolin (hochgereinigtes Wollfett) wie die Brustwarzencreme PureLan 100 dünn auf die Wunde/Risse auftragen, sie schützt und pflegt deine Brustwarze während der gesamten Stillzeit. Das Fett muss vor dem Stillen nicht abgewaschen werden.
  3. Verwende Brustwarzenschutz. Die weiche, flexible, BPA-freie Silikonmembran passt sich deiner Brustform an, verhindert Reibung mit der Kleidung und fördert die Heilung durch Luftzirkulation. 
  4. Diese sparen den wunden Brustwarzenbereich aus und die Wunde kann so schneller verheilen.
  5. Hydrogel Pads sind bei wunden und rissigen Brustwarzen willkommene Ersthelfer. Sie kühlen und lindern die Schmerzen sofort, spenden Feuchtigkeit, unterstützen so den Heilungsprozess und sie werden zwischen den Stillmahlzeiten auf die Brust gelegt.
  6. Lege eine Stillpause ein und verwende vorübergehend eine Milchpumpe.
  7. Penible Hygiene: Wasche deine Brüste mehrmals täglich ab und wechsle deine Stilleinlagen regelmäßig. Einweg-Stilleinlagen können mit ihrer weichen Innenseite ebenfalls Reibung verhindern und schonen die Brustwarzen. Die neuen Safe & Dry™ Ultra thin Einweg-Stilleinlagen haben eine weiche, hypoallergene Innenseite, sind besonders dünn (nicht mal 2 mm!) und durch den mehrlagigen Polymer-Kern wird auslaufende Muttermilch sicher eingeschlossen. So bleibt deine empfindliche Haut trocken. Gleichzeitig sind die Stilleinlagen durch ihre innovative ovale Form besonders auslaufsicher, der seitliche Auslaufschutz schenkt zusätzliche Sicherheit.  Hygienisch einzeln verpackt, kannst du sie auch unterwegs jederzeit problemlos wechseln. Übrigens: Falls du wegen des Milcheinschusses oder zu einem anderen Zeitpunkt mal etwas mehr Milch verlierst, gibt es auch eine besonders saugfähige und weiche Variante.
  8. Ziehe nichts Einschnürendes an und verzichte so oft es geht auf den BH.
  9. Positioniere die Wunde an der Brustwarze im Mundwinkel des Babys.
  10. Contact Brusthütchen können euch das Anlegen vorübergehend erleichtern, vor allem, wenn deine Brustwarzen sehr flach oder nach innen gestülpt sind. Oder wenn deine Brustwarzen bereits wund oder sogar rissig sind.

Diese drei Empfehlungen gelten grundsätzlich:

  1. Das natürliche Saugverhalten des Babys kann am besten mit viel Hautkontakt in einer ungestörten Umgebung trainiert werden. Nimm dich einmal bewusst aus dem Alltag zurück und kuschle dich mit deinem Baby zusammen ins Bett!
  2. Wenn du Schmerzen beim Stillen hast, dann löse gleich den Saugschluss deines Babys, indem du das Vakuum mit deinem kleinen Finger in seinem Mundwinkel löst.
  3. Hole bei Problemen immer rechtzeitig den Rat deiner Hebamme oder Stillberaterin ein.

 

Der Geheimtipp für wunde Brustwarzen: feuchte Wundheilung

Ist die Wunde zu trocken, reduziert das die Zellaktivität und verlangsamt den Heilungsprozess. Ein klassischer „Schorf“ auf der Wunde schützt die Wunde zwar vor bakteriellen Eindringlingen, trägt aber eben nicht dazu bei, dass die Heilung besonders schnell voranschreitet. Umgekehrt ist ein zu nasses Wundmilieu ebenfalls kontraproduktiv, denn dadurch erhöht sich das Risiko für Hautschäden und Bakterienwachstum. Optimal für die Heilung ist die goldene Mitte: ein feuchtes Wundmilieu!

Aber wie genau bleibt die Wunde „richtig“ feucht?

Ganz einfach, mit einer speziellen Wundauflage wie z.B. den Hydrogel Pads von Medela: Sie erhöhen bei Bedarf den Feuchtigkeitsgehalt zu trockener Haut oder absorbieren überschüssige Feuchtigkeit an der Hautoberfläche, sodass bei wunden oder rissigen Brustwarzen jederzeit optimale Wundheilungsbedingungen herrschen. Zusätzlicher Bonus der Hydrogel Pads: Sie haben eine sofortige, kühlende und lindernde Wirkung bei Hautkontakt und sind innerhalb von 24 Stunden wiederverwendbar. Du kannst sie also zum Stillen einfach abnehmen und auf eine saubere Unterlage legen. Dann wäscht du deine Brust vorsichtig mit etwas warmem Wasser ab, stillst dein Baby –und legst die Hydrogel Pads nach dem Stillen einfach wieder auf deine Brustwarzen.

Dein Still-Stolperstein ist ein anderer? Dann lies doch einfach mal hier weiter:

Stillstart-Stolperstein #1: Anlegeprobleme

Stillstart-Stolperstein #2: Zu flache Brustwarzen

Stillstart-Stolperstein #3: Wunde Brustwarzen

Stillstart-Stolperstein #4: (Zu) pralle Brüste

Stillstart-Stolperstein #5: Muttermilch läuft aus

Geteiltes Leid ist halbes Leid! Hattest du schon mal mit wunden Brustwarzen zu kämpfen? Was hat dir geholfen? Schreib uns unter kundenservice@medela.de oder auf Facebook.

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Hebamme Alexandra Buder
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