Stillstart

Stillstart: Die erste Stunde zählt!

Lesedauer: 6 Min.

Endlich! Der erste Moment mit deinem Baby nach der Geburt ist ein ganz besonderer. Das erste Anlegen deines Babys an deine Brust – einfach überwältigend! Und nicht nur das: Das Stillen in der ersten Stunde legt den Grundstein für eure gesamte Stillzeit!

Das erste Anlegen deines Babys zum Stillen ist ein wunderschöner Moment. Dabei ist dieser innige Erfahrung nicht nur für eure Mutter-Kind-Bindung wichtig: Forscher haben herausgefunden, dass ein möglichst frühes erstes Anlegen deines Baby auch für die optimale Anregung deiner Milchproduktion – und damit für eure gesamte weitere Stillzeit – entscheidend ist. Denn auch wenn sich deine Brust schon während der Schwangerschaft aufs Stillen vorbereitet hat und mit dem Kolostrum (Vormilch) schon vor der Geburt die erste Milch für dein Baby bereit ist, den Startschuss für die weitere Milchproduktion gibt die Geburt deines Babys und sein erstes Saugen an deiner Brust. Nur wenn diese „Initialzündung“ möglichst früh, am besten noch im Kreißsaal, passiert, kann sich deine Milchmenge optimal aufbauen. Auch die WHO empfiehlt deshalb, dein Baby idealerweise gleich in der ersten Stunde anzulegen. Denn zu wenig Muttermilch in der Stillzeit ist immer noch einer der häufigsten Gründe, warum Mütter vorzeitig abstillen. Mit einem gelungenen Stillstart legst Du selbst die Basis für eine gute Milchbildung – von Anfang an. 

In der Schwangerschaft hat sich deine Brust auf das Stillen vorbereitet: 

  • Sie legt ein, zwei oder mehr Körbchengrößen zu.
    Deine Brust kann bis zur Geburt bis zu 46% an Größe zunehmen. Spätestens nach der Geburt wirst du ein rasches Wachstum feststellen.
  • Sie bildet die erste Muttermilch (Kolostrum).
    Während deiner Schwangerschaft bildet sich ein komplexes System aus verzweigten Milchgängen und milchbildenden Zellen. Wahrscheinlich hat sich auch schon kleine Menge Kolostrum (so heißt die erste Muttermilch) gebildet, damit sie direkt nach der Geburt für dein Baby verfügbar ist.

Der ideale Stillstart

Für einen guten Stillstart ist es wichtig, dass dein Baby gleich in der ersten Stunde nach der Geburt deine Brust suchen darf. Dazu wird dir die Hebamme dein Baby noch im Kreißsaal auf den Bauch legen – und von da aus wird es beginnen, langsam aber zielstrebig deine Brustwarze zu suchen. Ob dein Baby dann bereits kräftig saugt oder nur vorsichtig leckt, hängt ganz von ihm ab. Beides ist völlig in Ordnung, denn sein kleiner Magen kann ohnehin noch nicht viel fassen: am ersten Tag nur circa sechs Milliliter, etwa 25 Milliliter am dritten Tag, dann langsam mehr. Dennoch ist diese erste Muttermilch, das Kolostrum, sehr wichtig, denn es enthält große Menge von Antikörpern und Wachstumsfaktoren und fördert die Entwicklung von Babys Verdauungstrakts. Im Grunde wirkt es wie eine erste Impfung! Das allererste Stillen soll dein Baby aber nicht nur durch Nahrung stärken, sondern es vor allem prägen: auf deinen besonderen Geruch und den Geschmack deiner Brustwarze. Wundere dich nicht, wenn dein Baby danach einschläft. Nach diesem ersten Stillen und natürlich auch wegen der Geburt wird es sehr müde und erschöpft sein.

Mit der Geburt deines Babys bekommt deine Brust das Startsignal für die Milchbildung

Damit sie richtig in Gang kommt, ist es wichtig, dass du dein Baby nach der Geburt so bald wie möglich an deine Brust anlegst– am besten noch in der ersten Stunde. Auch in den nächsten Tagen solltest du häufig stillen, damit du eine ausreichende Milchmenge aufbauen kannst.

 

 

Vier Argumente für häufiges Stillen ab der ersten Stunde:

 

1.) Es regt die Milchbildung schneller an und fördert einen frühen Milcheinschuss. 

So kann dein Körper die optimale Milchmenge für dein Baby schneller aufbauen. Wenn du langfristig Stillen willst, gibt es keinen besseren Start, um sicherzustellen, dass dein Baby immer ausreichend Muttermilch bekommt.

2) Es nutzt das Hormonhoch direkt nach der Geburt.

Direkt nach der Entbindung haben du und dein Baby besonders hohe Oxytocinwerte. Das „Liebes- und Glückshormon“ fördert in Kombination mit viel Haut-zu-Haut Kontakt eure langfristige Stillbeziehung.

3) Es nutzt den intensiven Saugreflex deines Babys direkt nach der Geburt.

Das Saugen beruhigt dein Baby, hilft seine Atemwege von Schleim zu befreien und regt seine Speichelproduktion an. Der Speichel wiederum enthält wichtige Enzyme zur Vorverdauung der Nahrung.

4) Es gibt deinem Baby frühestmöglich seine „erste Impfung“.

Dein Baby bekommt sofort nach der Geburt das an Nährstoffen und Antikörpern besonders reiche Kolostrum, das dein Körper schon während der Schwangerschaft gebildet hat. Das hilft, das Risiko von Neugeborenengelbsucht zu verringern, da Kolostrum eine abführende Wirkung hat, und wirkt wie eine erste kleine „Impfung“ für dein Baby.

 

So kurbelst du deine Milchbildung erfolgreich an

Die Geburt deines Babys gibt den Startschuss für deine Milchbildung: Nachdem du nach deinem Baby auch die Plazenta geboren hast, fällt dein Progesteronspiegel natürlicherweise ab. Jetzt sind deine Milchbildungszellen bereit, aktiviert zu werden! Zunächst reichen deinem Baby die geringen Mengen Kolostrum völlig aus, wann genau der „richtige Milcheinschuss“ einsetzt, ist bei jeder Mutter unterschiedlich – zwischen 24 bis etwa 120 Stunden nach der Geburt ist alles normal. Jetzt ist es besonders wichtig, dass du dein Baby häufig anlegst.

 

Stillen ab der ersten Stunde: Drei goldene Regeln

1) Sorge für viel Hautkontakt

Kuscheln, kuscheln, kuscheln! Der frühe direkte Hautkontakt mit deinem Baby ist die beste Methode, um das erste Stillen zu unterstützen, denn dabei wird Oxytozin ausgeschüttet, was die Milchbildung unterstützt.

2) Achte auf häufiges Stillen

Am besten stillst du nach Bedarf, so ca. alle zwei bis drei Stunden. Der kontinuierliche enge Kontakt hilft dir auch dabei, die frühen Hungersignale deines Babys kennenzulernen.

3) Erwarte 3 x volle Windeln

Mindestens dreimal gelber Stuhlgang in 24 Stunden ca ab dem 4. Tag ist ein gutes Zeichen dafür, dass deine Milchbildung auf dem richtigen Weg ist.

 

Doch was, wenn du und dein Baby direkt nach der Geburt getrennt seid? 

Etwa bei einer Frühgeburt oder nach einem Kaiserschnitt? Vielleicht ist dein Baby auch noch zu schwach, um effizient zu saugen. Dann ist schnelle Hilfe durch das Klinikpersonal das A und O, um die wichtige erste Stunde nach der Geburt zu nutzen! Eine elektrische Milchpumpe wie die Symphony von Medela unterstützt die Stimulation deiner Milchbildung, indem sie das Saugen deines Babys imitiert – und du kannst so das wertvolle Kolostrum für dein Baby gewinnen.

 

Abpumpen ab der ersten Stunde: 3 goldene Regeln

1) Sorge für die richtige Stimulierung

Die Stimulierung deiner Brust in der ersten Stunde mit einer Milchpumpe mit spezieller Initiierungstechnologie, die das natürliche, unregelmäßige Saugen deines Neugeborenen simuliert, ist ideal, wenn du nicht sofort Stillen kannst. So unterstützt du die Auslösung eines frühen Milcheinschusses und damit deine langfristige Milchbildung.

2) Pumpe möglichst häufig ab

Mehrmaliges Abpumpen pro Tag mit der oben beschriebenen Initiierungstechnologie hilft dir bei der Bildung einer ausreichenden Milchmenge. Am besten pumpst du beidseitig – also an beiden Brüsten gleichzeitig – alle zwei bis drei Stunden ab.

3) Behalte die abgepumpte Milchmenge im Blick

Wenn du in drei aufeinanderfolgenden Abpumpsitzungen jeweils mindestens 20 ml gewinnen konntest, ist der wichtige „Startschuss“ für deine Milchbildung erfolgt und deine Milchproduktion ist erfolgreich gestartet!

 

Deine perfekte Starthilfe: Medela Symphony

Mietmilchpumpe Symphony

Die Milchpumpe Symphony wird in über 87%  der deutschen Geburtskliniken eingesetzt und bringt mit dem INITIAL-Programm eben jene nötige „Initiierungstechnologie“ mit, die speziell das unregelmäßige Saugverhalten deines Neugeborenen während der ersten Tage nachbildet, um deine Milchbildung optimal in Gang zu bringen. Wenn du danach weiterhin Abpumpen musst, kannst du einfach ins ERHALT-Programm wechseln, in dem die Symphony mit Hilfe der 2-Phase-Expression-Technologie das natürliche Saugverhalten deines Babys in der weiteren Stillzeit imitiert. 

Milchpumpe mieten

Bei medizinischen Gründen kannst du dir von deinem Arzt ein Rezept für eine Milchpumpe ausstellen lassen und die Symphony auch zu Hause nutzen! Weitere Infos zum Mieten einer Milchpumpe findest du hier.

Stillen, die Zweite…

Nach circa sechs Stunden – je nach den Stillstandards in deinem Krankenhaus – sollte deinem Baby zum zweiten Mal die Möglichkeit zu Stillen angeboten werden. Falls es schläft, lasse dir beim Aufwecken helfen. Achte darauf, zum Anlegen entspannt im Bett zu sitzen oder zu liegen. Halte dein Baby so, dass sein ganzer Körper dir Bauch-zu-Bauch zugewandt ist und dicht an deinem Körper liegt. Sein Mund soll auf Höhe der Brustwarze sein. Stimuliere nun seine Lippen mit der Brustwarze. So löst du den Suchreflex aus und dein Baby öffnet seinen Mund. Wenn der Mund weit geöffnet ist, wird dein Baby die Brustwarze “suchen” und von allein so erfassen, dass es die Brustwarze und einen großen Teil des Brustgewebes zu fassen bekommt. Wenn es nicht sofort klappt, versuche es einfach nochmal. Es ist ganz normal, wenn du in der Lernphase mehrere Male ansetzen musst. Aber die Mühe lohnt sich! Denn das richtige Anlegen ist sehr wichtig, damit die Milch gut fließt, dein Baby gut trinken kann und deine sensiblen Brustwarzen geschont werden.

Und Dritte. Und Vierte. Und…

Damit deine Milchbildung optimal in Gang kommt, ist es wichtig, dass du nun so häufig wie möglich stillst. Das hat auch noch einen weiteren Vorteil: Wenn du so früh und so häufig wie möglich stillst, kannst du einen starken ersten “Milcheinschuss”, wie die Brustdrüsenschwellung, die unangenehm sein kann, im Volksmund heißt, vermeiden!

Weitere Informationen zur Wichtigkeit des Stillens in den ersten Stunden findest du auch in unserem neuen E-Book! Schau doch mal rein!

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