Stillstart

Milcheinschuss – Meine Brust wird groß und prall…!

Lesedauer: 3 Min.

Mit dem Milcheinschuss verändert sich die Muttermilchzusammensetzung, die stets auf die individuellen Bedürfnisse deines Babys angepasst ist, so wie auch ihre Färbung und die verfügbare Menge.

In den ersten Tagen nach der Entbindung, ungefähr zwischen dem zweiten und fünften Tag, kommt es zum „physiologischen ersten Milcheinschuss“. Dann schwellen deine Milchdrüsen an und  das Kolostrum (die erste Milch) wandelt sich in Übergangsmilch und dann in reife Muttermilch.

Von dem sehr nährstoffreichen Kolostrum hat dein Baby nur winzige Mengen, etwa so viel wie eine große Murmel, benötigt. Das Muttermilchangebot richtet sich stets nach der Nachfrage des Babys und ist, wenn das Baby nach seinem Bedarf gestillt wird, immer auf die vom Baby benötigte Menge abgestimmt.

Wie gut ist meine Milch?

Bis du reife Muttermilch produzierst, muss dein Baby keinesfalls auf seine Nahrung verzichten. Es trinkt in dieser Übergangszeit das sogenannte „Kolostrum“. Diese Vormilch, auch erste Milch oder Neugeborenenmilch genannt, enthält bereits alle wichtigen Nährstoffe, Vitamine und Mineralien, vor allem aber viele wichtige Immunglobuline und Abwehrstoffe, die dein Baby jetzt für seine Entwicklung braucht. Es ist unnötig oder sogar kontraproduktiv, diese Zeit mit einem Fläschchen zu überbrücken.

Woran erkennst du den Milcheinschuss?

Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden dir deine Brüste jetzt hart, sensibel, gerötet und heiß erscheinen. Die Ursache dafür ist eine vermehrte Blutzirkulation in den Brüsten und eine erhöhte Absonderung von Lymphflüssigkeit. Für die meisten Frauen fühlt sich die Brust bei diesem Prozess eher prall, unangenehm und schmerzhaft an. Doch keine Sorge: Nach 8–24 Stunden hat sich alles eingespielt und die lästigen Druckgefühle nehmen wieder ab.

Dies ist zum Glück nur eine Übergangsphase und bald wird dein Körper ganz auf dein Baby eingespielt sein. Dennoch gibt es Methoden, wie du diese unangenehme Phase bestmöglich überbrücken kannst:

1. Stille dein Baby so oft wie möglich:

Wenn du von Geburt an sehr oft stillst, wird die Milchbildung von Anfang an maximal angekurbelt und der hormongesteuerte Milcheinschuss tritt dadurch sanfter und nicht allzu sprunghaft ein.

Durch Stillen in der Rückenhaltung kannst du überprüfen, ob dein Baby trotz deiner Beschwerden die Brust gut fassen und die bereits vorhandene Milch trinken kann.

2. Lass dich unterstützen:

Die Zeit direkt nach der Geburt ist eine sensible Phase, in der sich Mutter und Kind erst noch aneinander gewöhnen und ihren eigenen Stillrhythmus finden müssen. Babys müssen das Stillen erst erlernen und das kann ein paar Tage dauern. Zugleich müssen sich Mutter und Kind von den Geburtsstrapazen erholen. Einen wichtigen Beitrag können dein Partner, deine Familie und der Bekanntenkreis in dieser Zeit leisten, indem sie für euch einkaufen, kochen oder auch mal den Wäscheberg erledigen.

3. Wärme vor dem Stillen:

Wärme auf der Brust durch ein Kirschkern- oder Wärmekissen, eine warme Dusche oder einen warmen Waschlappen weitet die Milchgänge und bringt die Milch leichter zum Fließen. Hier findest du ein paar Tipps dazu.

4. Milch vor dem Stillen ausstreichen:

Eine sanfte Brustmassage vor dem Stillen bringt den Milchfluss in Gang und ermöglicht es dir, z. B. per Hand etwas Muttermilch auszustreichen. Alternativ kannst du auch mit einer Milchpumpe etwas Muttermilch abpumpen. Dadurch ist die Brust nicht allzu prall und deinem Baby fällt es leichter die volle Brust mit seinem Mund zu erfassen.

5. Kälte nach dem Stillen:

Mit Hilfe eines kühlen Waschlappens, Quarkwickel oder Weißkrautblätter aus dem Kühlschrank kannst du nach dem Stillen deine Brust kühlen. Die Brustwarzen und die Vorhöfe sparst du dabei aus. Durch die Kälte verengen sich die Blutgefäße und Milchgänge, was sich wiederum schmerzlindernd auswirkt.

6. Wenn alle Stricke reißen…

Wenn alle Tipps keine wirkliche Linderung schaffen, dann kannst du auch nach Rücksprache mit deinem Arzt oder deiner Hebamme vorübergehend ein stillfreundliches Schmerzmittel wie z. B. Paracetamol einnehmen. Alternativ gibt es auch Mittel auf homöopathischer Basis. Weitere Informationen findest du hier.

Weitere Informationen zum Milcheinschuss und Stillen in den ersten Tagen findest du auch in unserem neuen E-Book! Schau doch mal rein!

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