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Erkältung & Stillen: Das solltest du beachten

Lesedauer: 7 Min.

Schnupfen, Husten, Bronchitis – Erkältungsviren haben Hochsaison und sind in der Stillzeit besonders lästig. Darfst du krank überhaupt weiterstillen? Was ist mit Medikamenten? Was ist, wenn dein Baby krank wird? Hier kommen die Antworten.

Was muss ich bei einer Erkältung in der Stillzeit beachten?

Ist Mama krank, zehrt Stillen an den Kräften. Dein Baby braucht deine Muttermilch aber auch und vor allem, wenn du erkältet bist. Doch was passiert, wenn du etwas Ernsteres hast und in die Klinik musst? Wir beantworten deine Fragen zum Stillen, während einer Krankheit.

Darf ich weiterstillen, wenn ich erkältet bin oder Grippe habe?

Frag dazu auf jeden Fall deinen Arzt, deine Hebamme oder eine Stillberaterin, aber in den meisten Fällen ist es möglich und wichtig, dass du weiterstillst.

Kann sich mein Baby durch die Muttermilch anstecken?

Eins steht fest: Bevor die Krankheit bei dir ausgebrochen ist, war dein Baby ihr längst ausgesetzt. Aber die gute Nachricht ist: Dein Körper produziert bei einer Infektion sofort auch Antikörper, die dein Baby über die Muttermilch erhält und somit gleichzeitig geschützt wird. So ist es zwar nicht ausgeschlossen, dass sich dein Baby ebenfalls erkälten wird, aber aufgrund der Antikörper meist mit deutlich schwächerem Verlauf.

Kann eine Erkältung oder Grippe zu Stillproblemen führen?

Eventuell kann es passieren, dass du über kurze Zeit etwas weniger Milch hast, wenn du einen schweren grippalen Infekt durchleidest oder gerade erst wieder genesen bist. Achte deshalb auf jeden Fall darauf, genügend Wasser zu trinken – zur Not auch in kleinen Schlucken, wenn es nicht anders geht. Wichtig ist, dass du dir viel Ruhe gönnst. Mach es dir und deinem Baby am besten im Bett bequem. Du solltest jetzt besonders oft stillen. Wenn du schon wieder arbeitest, melde dich krank, um dich auszuruhen und viel stillen zu können.

Was passiert, wenn ich ins Krankenhaus muss?

Sag auf jeden Fall in der Klinik gleich Bescheid, dass du stillst. Manche Krankenhäuser nehmen dein Baby dann mit auf. Einige ermöglichen das „Rooming-in“, wenn sich eine weitere Person um dein Baby kümmert. Wenn dein Baby trotzdem nicht bei dir bleiben kann, ist es wichtig, dass du zu den gewohnten Stillzeiten abpumpst, um deine Milchbildung aufrechtzuerhalten. Die Klinikmilchpumpe Symphony von Medela kannst du womöglich sogar direkt im Krankenhaus ausleihen.

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Darf ich bei einer Erkältung während der Stillzeit Medikamente einnehmen?

Mit Medikamenten ist es ähnlich wie mit Essen und Trinken – sie gehen in die Muttermilch über. Von fast allen Wirkstoffen, die du während der Stillzeit einnimmst, inhalierst oder spritzt, bekommt auch dein Baby etwas ab. Für dein Kind ist es deshalb natürlich am sichersten, wenn du während der Stillzeit möglichst keine Medikamente einnimmst. Bei kleinen Beschwerden wie einer verstopften Nase können auch natürliche Hausmittel wie ein Kamillendampfbad helfen. Aber manchmal ist eine Medikamenteneinnahme einfach unumgänglich. Zum Glück sind viele Arzneimittel stillverträglich. Lass dich auf jeden Fall immer von deinem Arzt, Apotheker, deiner Hebamme oder Stillberaterin beraten!

Worauf muss ich bei der Medikamenteneinnahme während der Stillzeit achten?

Ganz wichtig ist wirklich: Egal, ob verschreibungspflichtige oder frei verkäufliche Medikamente aus dem Drogeriemarkt – nimm nichts ein, ohne dich vorher mit deinem Arzt, deiner Hebamme oder deiner Stillberaterin darüber abzustimmen. Nur sie kennen die Inhaltsstoffe der verschiedenen Medikamente und wissen auch über mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten Bescheid! Gerade, wenn du stillst, ist es bei Erkältungsmitteln zum Beispiel wichtig, Präparate mit „Pseudoephedrin“ zu meiden. Dieser Wirkstoff hat eine abschwellende und gefäßverengende Wirkung und kann dadurch deine Milchproduktion senken. Übrigens kann es durchaus sein, dass du auch verschiedene fachliche Meinungen dazu hörst, ob ein bestimmtes Medikament stillverträglich ist oder nicht, denn die Informationen über Arzneimittel ändern sich kontinuierlich.

Spielt auch das Alter meines Babys eine Rolle bei der Medikamentenwahl?

Die Frage, wie alt dein Baby ist und ob es noch voll gestillt wird oder auch schon Beikost bekommt (und wie viel), ist sicherlich ein Punkt, der im Gespräch mit deinem Arzt oder Apotheker relevant ist. Ebenso Fragen zur Gesundheit: Wenn dein Baby krank ist oder zu früh geboren wurde, sprich das auf jeden Fall an. Weitere wichtige Faktoren für die Auswahl eines geeigneten Medikaments findest du auch hier.

Spielt das Alter meines Still-Babys eine Rolle, wenn ich Medikamente bei einer Erkältung einnehme?

Die Frage, wie alt dein Baby ist und ob es noch voll gestillt wird oder auch schon Beikost bekommt (und wie viel), ist sicherlich ein Punkt, der im Gespräch mit deinem Arzt oder Apotheker relevant ist. Ebenso Fragen zur Gesundheit: Wenn dein Baby krank ist oder zu früh geboren wurde, sprich das auf jeden Fall an. Weitere wichtige Faktoren für die Auswahl eines geeigneten Medikaments findest du in unserem Blogbeitrag zu stillverträglichen Medikamenten. Bei der Beratungsstelle für Arzneimittelsicherheit der Charité Berlin findest du unter www.embryotox.de Hilfe.

Hausmittel, die bei einer Krankheit in der Stillzeit helfen

Wenn du dich erkältet hast oder dich eine Grippe plagt, kann der Alltag mit Baby zum Kraftakt werden. Mit diesen Tipps überstehst du die Krankentage.

1) Hausmittel gehören in den Vorrat

Heißer Tee mit Zitrone und Honig, natürlicher Hustensirup aus Honig und Zwiebeln, Wadenwickel, Wärmflasche und die berühmte Hühnersuppe – in den meisten Familien gibt es bewährte Hausmittel, auf die schon Oma geschworen hat. Diese Hausmittel kannst du bei einer Erkältung, auch während du stillst, einnehmen. Aber wer hat schon Lust, mit Schnupfennase und Gliederschmerzen Suppe zu kochen? Zum Glück gibt es den Tiefkühlschrank! Dort kannst du die gute Brühe vorgekocht ganz praktisch portionsweise lagern und bist sofort bestens versorgt, wenn Viren und Bakterien zuschlagen. Ein Hustensaft aus Honig und Zwiebeln hält sich im Kühlschrank auch gut mehrere Tage. Und auch der Erkältungstee muss nicht erst aus der Apotheke besorgt werden, sondern hat seinen Platz im Vorratsschrank.

2) Das Sofa ist der ideale Lebensmittelpunkt

Wenn es dich richtig erwischt hat, ist jeder Weg zu weit. Auch der zum Wickeltisch. Deponiere am besten alle wichtigen Utensilien für dein Baby in der Nähe deines Krankenlagers. Wickelauflage, Feuchttücher, einen Stapel Windeln… Stillen kannst du während einer Erkältung zum Glück ja auch ganz bequem im Liegen. 

3) Ablenkung wirkt Wunder

Wenn du erkältet bist und keine Kraft hast, dein Baby zu beschäftigen, es aber auch nicht mehr geduldig neben dir liegt und am Schnuffel-Tuch lutscht, ist Spielzeug, dass dein Baby erkunden kann, ohne, dass du dich groß anstrengen musst, besonders wichtig. Das muss nicht unbedingt eine neue Rassel sein, die du speziell für solche Fälle zurückgelegt hattest. (Wobei das grundsätzlich immer eine gute Idee ist, egal wie alt das Kind ist: Ein schönes Bilderbuch oder bei älteren Kindern ein Spielzeugauto oder ein neues Malbuch wirken Wunder, wenn sie plötzlich hervorgezaubert werden!) Haushaltsgegenstände wie z. B. ein Schuhkarton gefüllt mit Küchenutensilien wie Schneebesen, Kochlöffel & Co. sind für kleine Entdecker auch sehr spannend. Butterbrotpapier knistert herrlich und Stoffwindeln oder Seidentücher aus einer leeren Babytücher-Box pulen kann seeeehr lange interessant sein…

4) Pfeif auf die Hausarbeit!

Das Geschirr türmt sich in der Spüle, die Schmutzwäsche quillt aus dem Korb und der Mülleimer ist voll. Na und? Wenn Papa abends nach Hause kommt, kann er das Nötigste übernehmen und morgen ist auch noch ein Tag. Mit geschwächtem Immunsystem musst du mit deinen Kräften haushalten und dein Baby geht vor:Stillen, Wickeln, Pflegen sind bei einer Erkältung Schwerstarbeit!

5) Hilfe suchen &annehmen

Wenn du mit dröhnendem Schädel und Fieber im Bett liegst, hilft die beste Vorbereitung nicht weiter: Du brauchst dringend Unterstützung! Vielleicht kann dein Partner zu Hause bleiben?  Homeoffice verstehen die meisten Chefs unter diesen Umständen sicher. Wenn dein Baby sich beim Stillen mit der Erkältung angesteckt hat, kann sich Papa natürlich ganz von der Arbeit freistellen lassen, um das Kind zu pflegen. Der Kinderarzt muss dazu ein Attest ausstellen. Oder es gibt Großeltern, die zum Babysitten kommen. Zum Einkaufen gibt es Online zum Glück viele Möglichkeiten, Lebensmittel direkt vor die Haustür liefern zu lassen. Oder noch besser: Gönn dir einen Lieferservice, denn Kochen ist auch anstrengend.

6) Nur kein falscher Stolz

Wenn Freunde oder Nachbar anbieten, für euch einzukaufen oder dein Baby auf einen Spaziergang mitzunehmen: Nimm das Angebot an! Sicher, du willst vermutlich allen beweisen, dass du es als junge Mama auch alleine schaffst, aber jetzt ist nicht der Zeitpunkt für falschen Stolz. Auch für dein Baby ist es besser, wenn du in Ruhe wieder gesund wirst, als wenn du dich tagelang durchschleppst. Du musst nicht die Heldin spielen!

7) Im Notfall: Haushaltshilfe beantragen

Wenn du so krank bist, dass du deinen Haushalt nicht führen und dich nicht um dein/e Kind/er kümmern kannst, lass dir das von deinem Hausarzt bescheinigen. Mit dem Attest kannst du dich an deine gesetzliche Krankenkasse wenden, denn unter diesen Umständen übernimmt sie in der Regel die Kosten für eine Haushaltshilfe. Sie bringt und holt ältere Kinder von der Kita oder Schule ab, kümmert sich um das Baby und um den Haushalt. In der privaten Krankenversicherung muss die Leistung ausdrücklich im Tarif eingeschlossen sein. Am besten, du erkundigst dich bereits vorab.

Was tun, wenn dein Still-Baby krank wird?

Falls dein Baby sich bei dir ansteckt, wenn du erkältet bist, solltest du auf jeden Fall weiterstillen, denn deine Muttermilch enthält genau das, was dein Baby jetzt braucht – gerade, weil es krank ist. Stillen hat viele Vorteile: Deine Muttermilch ist besonders leicht verdaulich und belastet den kleinen Körper dadurch nicht mit zusätzlicher, kräftezehrender Verdauungsarbeit. Außerdem enthält sie viele wichtige Antikörper und abwehrstärkende Immunglobuline, die deinem Baby beim Bewältigen der Krankheit helfen.

Wenn dein Baby erkältet ist, helfen ausreichend Flüssigkeit, Nähe & Trost

Genau diese Bedürfnisse deines kranken Babys können durch das Trinken an deiner Brust optimal gestillt werden. Die körperliche Nähe beim Stillen tut deinem Baby trotz Erkältung gut und spendet ihm Geborgenheit, Sicherheit und Trost. Wahrscheinlich wirst du auch das Gefühl haben, dass es jetzt ununterbrochen gestillt werden möchte. Das ist völlig in Ordnung und normal – mach weiter. Wenn dein Baby krank oder erkältet ist, braucht und genießt es deine Nähe ganz besonders.

Stille dein krankes Baby so häufig wie möglich!

Auch wenn dein Baby Bauchweh oder Magen-Darm-Probleme hat, ist gerade Muttermilch oft die einzige Flüssigkeit, die sein Magen toleriert und aufnehmen kann. In diesem Fall kann es hilfreich sein, deutlich häufiger, aber dafür kürzer zu stillen. Durch das Weiterstillen sorgst du außerdem dafür, dass dein Baby mit ausreichend Flüssigkeit versorgt wird – und das erleichtert es ihm, die Krankheit schneller zu überwinden.

Bei Erkältung eher aufrecht stillen!

Bereitet es deinem Baby Schwierigkeiten zu trinken, weil es zum Beispiel erkältet ist und eine verstopfte Nase hat, versuche es beim Stillen in einer möglichst aufrechten Stillposition zu halten. Sollte es vorkommen, dass dein Baby das Trinken ganz verweigert, probiere, ihm die Milch mit einem Löffelchen oder aus einem kleinen Becher zu geben. Hast du den Eindruck, dass das nichts hilft, zögere nicht, dich an deinen Kinderarzt, deine Hebamme oder deine Stillberaterin zu wenden.

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IBCLC-Stillberaterin und Kinderkrankenschwester Jacqueline Stich

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