Stilltipps

Finde die richtige Stillposition: 8 Stillpositionen & ihre Vorteile

Lesedauer: 7 Min.

Stillen kann herrlich entspannend sein! Vorausgesetzt, du hast die richtige Stillposition für euch gefunden. Acht beliebte Stillhaltungen und ihre Vorteile im Überblick.

Stillen hat viele Vorteile für dein Baby und dich. Damit die Milch problemlos fließt und Mutter und Kind sich beim Stillen bestens entspannen können, ist die ideale Stillposition entscheidend. Es gibt viele Stillhaltungen und für jede Mutter und jedes Kind gibt es die richtige Stillposition. Wir geben dir einen Überblick über beliebte Stillpositionen, geben Tipps und Anleitung und zeigen dir die Voraussetzungen für ein entspanntes Stillerlebnis.

Grundvoraussetzungen für jede Stillhaltung:

Richtig anlegen

Ob Stillen im Liegen oder Sitzen, aufrecht oder beim Tragen: egal welche Stillposition, Hauptsache ist, dass du dein Baby richtig anlegst und es deine Brustwarze immer richtig erfasst. Achte darauf, dass dein Kind sich bei allen Stillpositionen etwa auf der Höhe deiner Brust befindet und deinem Körper zugewandt ist. Das Baby soll seinen Kopf nicht drehen müssen! Und mindestens genauso wichtig: Bring immer dein Baby an die Brust, nicht die Brust zum Baby. Wenn du dich verrenken oder vorbeugen musst, damit dein Baby deine Brust erreicht, wird es schnell unbequem.

Zum Anlegen berühre zunächst am besten mit deiner Brustwarze leicht den Mund deines Babys. Dann wird es ihn meistens ganz automatisch weit öffnen. Zieh jetzt dein Kind schnell zu dir heran, damit es die Brustwarze und einen großen Teil des Brustwarzenhofs erfassen kann. Wenn es zufrieden saugt, machst du den kurzen Check: Berühren beim Saugen jetzt Babys Kinn und Nase deine Brust? Sind die Lippen deines Babys leicht ausgestülpt? Ohr, Schulter und Hüfte deines Babys bilden eine Linie? – Perfekt! Jetzt liegt dein Baby genau richtig.

Bequem stillen mit Stillkissen

Egal für welche Stillposition du dich entscheidest: Damit die Milch optimal fließt und dein Baby gut trinken kann, ist es wichtig, dass du dich in der Haltung entspannen kannst. Gerade bei aufrechten Stillpositionen wird selbst ein kleines Baby schnell schwer im Arm. Mit einem Stillkissen kannst du dich und dein Baby bequem positionieren und gut abstützen. Das Stillkissen ist universell in vielen verschiedenen Stillhaltungen einsetzbar.

Richtige Stillposition finden

Egal für welche Stillhaltungen du dich entscheidest: Lasst euch etwas Zeit, sie zu lernen. Probiere ruhig verschiedene Positionen aus und rücke das Stillkissen so lange zurecht, bis ihr euch wohlfühlt!

Du hast die Wahl: Die Top 8 Stillpositionen

Stillen Baby Stillposition Wiegehaltung

1. In Wiegehaltung stillen


Ein der meistverbreiteten Stillpositionen, die du bestimmt oft bei anderen Müttern siehst, ist der Wiegegriff. Er funktioniert fast überall, unterwegs geschützt durch einen Stillschal oder Zuhause auf dem Sofa. Allerdings gehört ein wenig Übung zur Wiegehaltung. Der Kopf des Babys liegt dabei in deiner Armbeuge oder auf dem Unterarm, den du mit einem Stillkissen abstützen kannst. Das Gesicht deines Babys zeigt zu dir, die Nase auf deine Brustwarze. Um in dieser Position anzulegen, muss das Baby seinen Kopf leicht nach hinten neigen. Mit der freien Hand formst du dann deine Brust für das Baby. Der Wiegegriff erfordert vor allem bei Neugeborenen das Stützen der Brust, damit sie dem Kleinen nicht aus dem Mund rutscht. Wie in einer Wiege wird die Wirbelsäule deines Kindes durch deinen Arm unterstützt, das Führen des Köpfchens ist aber nicht möglich. Wenn du unsicher bist, ob du dein Baby in dieser Stillhaltung bequem über eine längere Zeit halten kannst, wähle lieber eine andere Stillposition.

Stillen Baby Stillposition Kreuzhaltung

2. Stillen in der Kreuzhaltung

Der Kreuzgriff oder die unterstützte Wiegehaltung ist eine gute Stillposition, um dein Baby vor allem anfangs in der Still-Lernphase zu unterstützen und leichter anzulegen. Sehr kleine Kinder und Neugeborene profitieren von der unterstützten Kreuzhaltung. Wenn du zum Beispiel an der linken Brust stillen möchtest, nimm dein Baby in den rechten Arm. Sein Kopf liegt in deiner Hand, dein Handballen liegt zwischen seinen Schulterblättern und sein Körper ruht auf deinem Unterarm. Wenn das Baby dann entspannt trinkt, kannst du die Arme auch zur Wiegehaltung wechseln, falls du das bequemer findest. Viele stillende Mütter schätzen am Kreuzgriff die Flexibilität: Mit etwas Übung ruht dein Kind komplett auf einem Arm, wodurch du die andere Hand frei hast, um deine Brust zu formen, selbst etwas zu trinken oder das Stilltuch zurechtzurücken.

Stillen Baby Stillposition Rueckenhaltung

3. Stillen in der Rückenhaltung / im Rückengriff

Die Rückenhaltung, auch Rückengriff genannt, stützt dein Baby gut ab. Du kannst sein gesamtes Gesicht sehen und so das Anlegen kontrollieren. Neugeborene erlernen in dieser Stillhaltung am besten das Trinken an der Brust. Für die Rückenhaltung „klemmst“ du dein Baby praktisch wie einen Fußball an deine Seite (deshalb heißt die Rückengriff-Position auch “Footballhaltung” oder „Fußballer Stillposition“): Es liegt dabei auf deinem Arm und auf dem Stillkissen, sein Nacken und Köpfchen in deiner Hand. Nach einem Kaiserschnitt wählen viele Mütter zunächst gerne die Rückenhaltung als Stillhaltung, aber auch Geburtsverletzungen natürlicher Geburten werden durch den Rückengriff entlastet. Stillprobleme wie ein seitlicher Milchstau lassen sich durch diese Stillposition ebenfalls leicht lösen.

Falls in der Rückenhaltung Babys Füßchen an die Stuhllehne stoßen, ist das übrigens kein Problem: Ein begrenzter Raum vermittelt ihm Sicherheit – ganz wie früher in deinem Bauch! Ist dein Schatz allerdings sehr aktiv beim Trinken, rückst du besser etwas von der Lehne ab: So kann sich dein Baby nicht abstoßen und schmerzhaft an deiner Brustwarze ziehen. Der Rückengriff eignet sich als Stillposition für kranke Kinder, Frühgeborene und Babys die Unterstützung beim Stillen brauchen. Zwillinge stillst du ebenfalls bequem in der Fußballer Stillposition.

Stillen Baby  Stillposition Seitenlage

4. Stillen in Seitenlage oder im Liegen

Die liegende Stillposition in Seitenlage finden viele Mamas vor allem nachts bequem. Die Stillhaltung im Liegen eignet sich allerdings eher dann, wenn sich eure Stillbeziehung und die „Stilltechnik“ etwas eingespielt hat. Ihr liegt dabei eng nebeneinander, dein Baby am besten etwas unterhalb deiner Brust. Deine Brustwarze berührt seine Nasenspitze. Mit dem Stillkissen kannst du dann den Rücken deines Babys gut abstützen. In dieser Position spürt das Baby die Brustwarze und wird sich automatisch etwas strecken, um sie zu erreichen. Liegend zu stillen empfinden Mütter nach einem Kaiserschnitt als angenehm, aber auch Geburts- und Dammverletzungen schmerzen in der liegenden Stillhaltung nicht so sehr.

Stillposition zurückgelehnte Haltung

5. Stillen in zurückgelehnter Haltung

Dein Baby stillt vermutlich direkt nach der Geburt ganz intuitiv in dieser Position, denn wenn es auf deinen Bauch gelegt wird, wird es sich in der Regel ganz von allein bis zu deiner Brust vorarbeiten – ein  Phänomen, das auch als „Breast Crawl“ bezeichnet wird. Die Schwerkraft hilft deinem Baby dabei, deine Brustwarze gut zu erfassen und seine Position zu halten. Das ist auch später ein gutes Argument für diese Position, wenn dein Baby vielleicht in anderen Positionen Schwierigkeiten hat, die Brustwarze zu erfassen oder nicht möchte, dass du beim Stillen seinen Kopf berührst. Auch wenn du einen starken Milchspendereflex oder große Brüste hast, kannst du probieren in dieser Position zu stillen. Vermutlich ist es dabei am besten, wenn du dich nicht ganz flach hinlegst, sondern nur leicht zurücklehnst und dabei gut abstützt. Eine leichte Abwandlung des klassischen zurückgelehnten Stillens: Wenn du dich zurücklehnst und dein Baby seitlich über deine Schulter legst, kannst du bequem stillen, ohne deine Kaiserschnitt-Wunde unangenehm zu belasten. Auch die Seitenlage und die Rückenhaltung könnten in diesem Fall bequem sein. Einfach mal ausprobieren!  

Stillposition Hoppe Reiter Sitz

6. Hoppe-Reiter-Sitz oder aufrechte Stillposition

Beim Hoppe-Reiter-Sitz sitzt dein Baby wie der Name schon sagt rittlings auf deinem Oberschenkel oder auf deiner Hüfte, mit aufrechter Wirbelsäule und aufrechtem Köpfchen. Eine Haltung, die auf den ersten Blick eher für ältere Babys geeignet scheint, aber du kannst sie tatsächlich auch schon für dein Neugeborenes probieren, wenn du es rundherum gut stützt. Kleine Babys, die die Brust schwer erfassen oder die saugschwach sind, können aufrecht sitzend am besten gestillt werden. Falls dein Baby unter Reflux oder Ohrentzündungen leidet, ist der Hoppe-Reiter-Sitz sogar oft die angenehmste Stillhaltung für dein Kleines. Auch bei einem zu kurzen Zungenbändchen ist die aufrechte Stillposition empfehlenswert. Leidest du unter Milchstau oder ist dein Milchspendereflex stark ausgeprägt, hilft dir die aufrechte Stillhaltung beim problemlosen Stillen.

Stillposition Dancer Griff

7. Dancer-Griff

Wenn es deinem Baby schwerfällt, an der Brust zu bleiben, oder es einen schwachen Muskeltonus hat – vielleicht, weil es als Frühchen, mit Down-Syndrom oder einer Erkrankung zur Welt gekommen ist – kannst du es mit dem Dancer-Griff gut unterstützen. Du hältst bei dieser Stillposition sowohl sein Köpfchen als auch deine Brust. Den Dancer-Griff kannst du in leicht zurückgelehnter Stillposition anwenden oder wenn dein Baby in Hoppe-Reiter-Position vor dir sitzt. Umschließe dafür deine Brust zunächst mit einer Hand von unten, mit dem Daumen auf einer Seite und den restlichen Fingern auf der anderen Seite. Schiebe deine Hand dann nach vorne, sodass dein Daumen und dein Zeigefinger genau vor deiner Brust ein „U“ bilden. Während drei Finger die Brust stützen, legst du das Kinn deines Babys auf den U-Grund, wobei der Daumen die eine Wange, der Zeigefinder die andere Wange leicht berühren. Mit den anderen drei Fingern stützt du die Brust weiterhin von unten. Der Dancer-Griff gibt dir die Kontrolle über das Köpfchen deines Babys, du kannst es gut dirigieren und sicherstellen, dass es trinken kann, ohne deine Brustwarze zu verlieren.

Stillposition vierfüsslerstand

8. Stillen im Vierfüßlerstand

Okay, auf allen Vieren über deinem Baby zu knien, ist vermutlich nicht die Haltung, die du regelmäßig beim Stillen einnehmen möchtest. Aber als kurzzeitige Abwechslung ist sie gerade bei Stillproblemen wie Mastitis oder Milchstau bei einigen Müttern sehr beliebt, da so praktisch kein Druck auf die Brust ausgeübt wird. Wenn es beim Milcheinschuss zu Verhärtungen im oberen Bereich deiner Brust kommt, empfinden viele Frauen diese Stillposition als angenehm. Das Kinn deines Babys positionierst du ungefähr dort, wo sich die Verhärtung befindet, sodass sie sanft ausmassiert werden kann. Du kannst dein Baby auch fast liegend stillen, indem du deinen Oberkörper mit deinen Armen aufstützt. Am besten stützt du dich dabei mit Polstern und Kissen ab, damit du deinen Rücken und deine Schultern nicht zu stark belastest.

Hast du die richtige Stillposition gefunden, dann lasst euch etwas Zeit, sie zu lernen und gib nicht auf, wenn zum Beispiel das richtige Anlegen nicht sofort reibungslos klappt. Probiert ruhig verschiedene Stillhaltungen aus, bis ihr euch mit einer oder mehreren Stillpositionen besonders wohlfühlt!

Welche Stillpositionen mögen du und dein Baby besonders gern? Wählt ihr immer die gleiche Haltung zum Stillen oder wechselt ihr gerne ab? Schreib uns unter kundenservice@medela.de oder auf Facebook.

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