Stilltipps

8 Stillpositionen: Du hast die Wahl!

Lesedauer: 5 Min.

Stillen kann herrlich entspannend sein! Vorausgesetzt, du hast die passende Stillposition für euch gefunden. Hier kommen acht beliebte Stillpositionen im Überblick.

Damit die Milch optimal fließt und dein Baby gut trinken kann, ist es wichtig, dass du dich in deiner Stillposition entspannen kannst und du dein Baby richtig anlegst, damit es deine Brustwarze immer richtig erfasst. Ob Stillen im Liegen oder Sitzen ist dabei völlig egal. Hauptsache ist, dass dein Baby sich bei allen Stillpositionen etwa auf der Höhe deiner Brust befindet und deinem Körper zugewandt ist. Das Baby soll seinen Kopf nicht drehen müssen! Und mindestens genauso wichtig: Bring immer dein Baby an die Brust, nicht die Brust zum Baby. Wenn du dich verrenken oder vorbeugen musst, damit dein Baby deine Brust erreicht, wird es schnell unbequem. Mit einem Stillkissen kannst du euch bequem positionieren und gut abstützen. Egal, für welche Stillposition du dich entscheidest: Lass euch etwas Zeit, sie zu lernen. Probiere ruhig verschiedene Stillpositionen aus und rücke das Stillkissen so lange zurecht,  bis ihr euch wohlfühlt!

Grundvoraussetzung: Richtig anlegen

Zum Anlegen berühre zunächst am besten mit deiner Brustwarze leicht den Mund deines Babys. Dann wird es ihn meistens ganz automatisch weit öffnen. Zieh jetzt dein Kind schnell zu dir heran, damit es die Brustwarze und einen großen Teil des Brustwarzenhofs erfassen kann. Wenn es zufrieden saugt, machst du den kurzen Check: Berühren beim Saugen jetzt Babys Kinn und Nase deine Brust? Sind die Lippen deines Babys leicht ausgestülpt? Ohr, Schulter und Hüfte deines Babys bilden eine Linie? – Perfekt! Jetzt liegt dein Baby genau richtig.

Du hast die Wahl: Die Top 8 Stillpositionen

Stillen Baby Stillposition Wiegehaltung

1. Wiegehaltung


Ein der meistverbreiteten Stillpositionen, die du bestimmt oft auch bei anderen Müttern siehst. Sie funktioniert fast überall. Allerdings ist sie etwas schwierig für Anfänger. Der Kopf des Babys liegt dabei auf deiner Armbeuge, das Gesicht deines Babys zeigt zu dir, die Nase auf deine Brustwarze. Um in dieser Position anzulegen, muss das Baby seinen Kopf leicht nach hinten neigen. Mit der freien Hand formst du dann deine Brust für das Baby.

Stillen Baby Stillposition Kreuzhaltung

2. Kreuzhaltung

Eine gute Stillposition um dein Baby vor allem anfangs in der Still-Lernphase zu unterstützen und leichter anzulegen. Wenn du zum Beispiel an der linken Brust stillen möchtest, nimm dein Baby in den rechten Arm. Sein Kopf liegt in deiner Hand,  dein Unterarm stützt sein Köpfchen. Wenn das Baby dann entspannt trinkt, kannst du die Arme auch zur Wiegehaltung wechseln, falls du das bequemer findest.

Stillen Baby Stillposition Rueckenhaltung

3. Rückenhaltung

Stützt dein Baby gut ab und du kannst sein gesamtes Gesicht sehen. Dazu „klemmst“ du dein Baby praktisch wie einen Fußball an deine Seite (deshlab heißt sie auch “Footballhaltung”): Es liegt dabei auf deinem Arm, sein Nacken und Köpfchen in deiner Hand. Falls jetzt Babys Füßchen an die Stuhllehne stoßen, ist das übrigens kein Problem: Ein begrenzter Raum vermittelt ihm Sicherheit – ganz wie früher in deinem Bauch!  

Stillen Baby  Stillposition Seitenlage

4. Seitenlage

Eine Stillposition, die viele Mamas vor allem nachts bequem finden. Sie eignet sich allerdings eher dann, wenn sich eure Stillbeziehung und die „Stilltechnik“ etwas eingespielt hat. Ihr liegt dabei eng nebeneinander, dein Baby am besten etwas unterhalb deiner Brust. Deine Brustwarze berührt seine Nasenspitze. Mit dem Stillkissen kannst du dann den Rücken deines Babys gut abstützen. In dieser Position spürt das Baby die Brustwarze und wird sich automatisch etwas strecken, um sie zu erreichen.

Stillposition zurückgelehnte Haltung

5. Zurückgelehnte Haltung

Dein Baby stillt vermutlich direkt nach der Geburt ganz intuitiv in dieser Position, denn wenn es auf deinen Bauch gelegt wird, wird es sich in der Regel ganz von allein bis zu deiner Brust vorarbeiten – ein  Phänomen, das auch als „Breast Crawl“ bezeichnet wird. Die Schwerkraft hilft deinem Baby dabei, deine Brustwarze gut zu erfassen und seine Position zu halten. Das ist auch später ein gutes Argument für diese Position, wenn dein Baby vielleicht in anderen Positionen Schwierigkeiten hat, die Brustwarze zu erfassen oder nicht möchte, dass du beim Stillen seinen Kopf berührst. Auch wenn du einen starken Milchspendereflex oder große Brüste hast, kannst du probieren in dieser Position zu stillen. Vermutlich ist es dabei am besten, wenn du dich nicht ganz flach hinlegst, sondern nur leicht zurücklehnst und dabei gut abstützt. Eine leichte Abwandlung des klassischen zurückgelehnten Stillens: Wenn du dich zurücklehnst und dein Baby seitlich über deine Schulter legst, kannst du bequem stillen, ohne deine Kaiserschnitt-Wunde unangenehm zu belasten. Auch die Seitenlage und die Rückenhaltung könnten in diesem Fall bequem sein. Einfach mal ausprobieren!  

Stillposition Hoppe Reiter Sitz

6. Hoppe-Reiter-Sitz

Beim Hoppe-Reiter-Sitz sitzt dein Baby wie der Name schon sagt rittlings auf deinem Oberschenkel oder auf deiner Hüfte, mit aufrechter Wirbelsäule und aufrechtem Köpfchen. Eine Haltung, die auf den ersten Blick eher für ältere Babys geeignet scheint, aber du kannst sie tatsächlich auch schon für dein Neugeborenes probieren, wenn du es rundherum gut stützt. Falls dein Baby unter Reflux oder Ohrentzündungen leidet, ist es sogar oft die angenehmste Position für dein Kleines und auch bei einem zu kurzen Zungenbändchen ist sie empfehlenswert.

Stillposition Dancer Griff

7. Dancer-Griff

Wenn es deinem Baby schwerfällt, an der Brust zu bleiben oder es einen schwachen Muskeltonus hat – vielleicht, weil es als Frühchen, mit Down-Syndrom oder einer Erkrankung zur Welt gekommen ist– kannst du es mit dieser Haltung gut unterstützen. Du hältst dabei sowohl sein Köpfchen als auch deine Brust. Umschließe dafür deine Brust zunächst mit einer Hand von unten, mit dem Daumen auf einer Seite und den restlichen Fingern auf der anderen Seite. Schiebe deine Hand dann nach vorne, sodass dein Daumen und dein Zeigefinger genau vor deiner Brust ein „U“ bilden. Mit den anderen drei Fingern stützt du die Brust weiterhin von unten. Beim Stillen stützt du dann den Unterkiefer deines Babys sanft an beiden Wangen mit deinem Daumen und Zeigefinger, Babys Kinn ruht im „U“. So wird dein Baby sehr gut gestützt und du hast im Blick, ob es die Brustwarze richtig erfasst.

Stillposition vierfüsslerstand

8. Vierfüßlerstand

Okay, auf allen Vieren über deinem Baby zu knien, ist vermutlich nicht die Haltung, die du regelmäßig beim Stillen einnehmen möchtest. Aber als kurzzeitige Abwechslung ist sie gerade bei Stillproblemen wie Mastitis oder Milchstau bei einigen Müttern sehr beliebt, da so praktisch kein Druck auf die Brust ausgeübt wird. Du kannst dein Baby auch fast liegend stillen, indem du deinen Oberkörper mit deinen Armen aufstützt. Am besten stützt du dich dabei mit Polstern und Kissen ab, damit du deinen Rücken und deine Schultern nicht zu stark belastest.

Egal, für welche dieser Stillpositionen du dich entscheidest: Lass euch etwas Zeit, sie zu lernen und gib nicht auf, wenn zum Beispiel das richtige Anlegen nicht sofort reibungslos klappt. Probiert ruhig verschiedene Stillpositionen aus, bis ihr euch wohlfühlt!

Welche Stillpositionen mögen du und dein Baby besonders gern? Wählt ihr immer die gleiche Position oder wechselt ihr gerne ab? Schreib uns unter kundenservice@medela.de oder auf Facebook.

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Hebamme Alexandra Buder
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